Unser Haus feiert seinen ersten Geburtstag – ein Rückblick, Ausblick und Überblick

Das erste Jahr »Wohnen in den eigenen vier Wänden« ist vorüber und das Blog-Jubiläum haben wir nur knapp verpasst. Am 16. Dezember 2016 fand unser abenteuerlicher Umzug statt, seither hat sich einiges getan und bevor wir auch das Jahr 2017 hinter uns lassen, resümieren wir in aller Kürze, wie wir die letzten zwölf Monate empfunden haben.

Im Jetzt angekommen

Zuerst einmal: Wir fühlen uns hier wirklich pudelwohl. Es ist schon ein Unterschied, ob man in einem neuen Haus lebt oder in einer alten und eigentlich längst sanierungsbedürftigen Mietwohnung. Klar, der Vergleich ist etwas unfair und sicher hat auch so mancher Altbau mit seiner geschichtsträchtigen Patina seinen Charme. Dennoch: Es ist einfach schön, wenn es dank guter Dämmung im Haus nicht zieht wie Hechtsuppe, wenn die Wasserhähne nicht tropfen, wenn keine Nachbarn über oder unter einem Bowling auf dem Laminat spielen und wenn auch die Einbauküche zeitgemäß ausgestattet ist, statt dass man kochen muss wie die alten Rittersleut’.

Natürlich ist nach einem Jahr längst noch nicht alles fertig. Hier und da gibt es kahle Ecken, für die noch nicht das passende Möbelstück ins Haus gekommen ist, die meisten Wände warten noch auf Farbe und das eine oder andere Regalfach steht noch leer, weil wir plötzlich viel mehr Stauraum haben, als wir mit unseren Sachen vollstopfen können. Wir haben allerdings keinen Zweifel daran, in allen genannten Punkten im neuen Jahr gute Fortschritte zu machen.

Perfekt wäre ja langweilig …

Ansonsten haben wir natürlich auch schon das eine oder andere (und zum Glück nur kleine) Ärgernis festgestellt. So manche Schlussleiste zwischen Harfentreppe und Laminat war nur unzureichend befestigt, sodass wir schon einiges nachkleben mussten. Außerdem sind die Außengriffe an den Terrassentüren nicht sonderlich stabil. Einen mussten wir bereits ersetzen, denn das billige Plastik ist genauso stabil wie es aussieht: gar nicht. Zum Glück sind das alles Standardmaße, sodass das günstigste Modell aus dem Baumarkt passte – das übrigens qualitativ immer noch deutlich besser ist als der von Bonava verbaute Standard. Außerdem zeigen sich die ersten Risse an der Decke des Dachgeschosses, aber das ist ja leider normal, seit Häuser in dieser Geschwindigkeit gebaut und bezogen werden. Nichts, was sich nicht mit ein wenig Fugenkitt und einer verdammt hohen Leiter kaschieren ließe. Alles in allem: Solange die Ärgernisse nicht größer werden als die genannten, ist alles im grünen Bereich.

Spare am Gas, so hast du … Geld für Strom und Wasser

Wirklich großartig dagegen ist die Fußbodenheizung. Wir nehmen sie eigentlich gar nicht mehr wahr, seit der Installateur bei der Ersteinweisung die Vorlauftemperatur auf 30 Grad runtergestellt hat. Man hat’s nun (abgesehen von den Fliesenböden) gefühlt weniger mollig an den Füßen, aber das ist ja auch nicht der Sinn einer solchen Heizung. Die Räume sollen konstant die an den Thermostaten eingestellte Wärme erreichen und das tun sie sehr zuverlässig. Entsprechend haben wir die Empfehlungen des Installateurs befolgt und gar nicht erst an den Einstellungen herumgedoktert – abgesehen vom Sommer, wo wir die Heizung komplett abgestellt hatten. Das hat sich, auch dank der Solaranlage, die im Sommer für warmes Wasser gesorgt hat, ausgezahlt: Der Gasverbrauch unseres Hauses liegt laut Jahresabschluss bei gerade mal einem Drittel des von den Energieunternehmen geschätzten Verbrauchs für Reihenhäuser, obwohl wir alle Räume beheizen. (Wobei ich vermute, dass diese Schätzungen aus den 60ern oder 70ern stammen, als Dämmung nach heutigen Maßstäben quasi noch nicht erfunden war.)

Zum Stromverbrauch hingegen lässt sich noch nicht allzu viel sagen, nur dass er selbstverständlich höher ist als in unserer alten Zweizimmerwohnung. Klar, wir haben die Gastherme im Haus, die ganzjährig läuft, es gibt mehr Räume, dadurch auch mehr Beleuchtung, etc. Gleiches gilt für den Wasserverbrauch. Der wäre im Haus nicht grundsätzlich höher als vorher (abgesehen von dem magischen Zuwachs an Zimmerpflanzen, den ich hier beobachte), aber leider müssen wir den Garten, speziell den Rasen, mit Leitungswasser bewässern. Eine Rechnung steht noch aus, aber das wird vermutlich ins Geld gehen. Um die Kosten etwas abzufedern, haben wir zeitig ein Wasserfass an die Regenrinne angeschlossen, sodass wir die Gartenpflanzen mit für sie ohnehin besserem Regenwasser gießen können. Können wir sehr empfehlen, denn der Anschluss ist kinderleicht und wir denken schon darüber nach, ob sich ein zweites Fass im Vorgarten lohnen könnte. Außerdem haben wir an der Außenzapfstelle einen separaten Wasserzähler installiert, sodass für die Gartenbewässerung aus dem Hahn zumindest keine Abwassergebühren anfallen. Da dieser alle Jubeljahre allerdings auch getauscht bzw. geeicht werden muss, wird sich wohl erst dann zeigen, ob sich dieser Aufwand lohnt.

Grüne Daumen haben viel zu tun

Ein paar Worte zum Garten noch: Zumindest im Sommer macht der echt Arbeit. (Wobei Jasmin findet, dass ich übertreibe. Sie macht schon Pläne fürs Frühjahr.) Klar, für die paar Quadratmeter hält sich das alles noch in Grenzen, aber dennoch: Gerade an warmen Sommerabenden, an denen man sich vielleicht lieber mit einem kühlen Bier auf die Terrasse setzen und den Mücken beim Stechen zuschauen würde, rennt man stattdessen erstmal mit der Gießkanne von A nach B, stellt den Rasensprenger an und hoffentlich irgendwann auch wieder ab, auch gibt es immer irgendwas, das ein-, aus- oder umgepflanzt werden möchte. Das sollte man sich auf jeden Fall vorher bewusst machen. Wer auf ein wenig Gartenarbeit so gar keine Lust hat, ist mit einer Eigentumswohnung vermutlich besser beraten.

Der Winter kommt

Vor noch eine Herausforderung stellte uns der frisch angelegte Garten: Wie macht man ihn jetzt am besten winterfest? Welche Pflanzen gehören ins Haus geholt und welche müssen abgedeckt werden? Und wie und womit überhaupt? Von einem Besuch im Baumarkt kamen wir mit einem Arm voll Jute zurück. Seitdem sieht unser Vorgarten aus, als hätten die Elfen des Weihnachtsmanns vor Heiligabend noch schnell das Einpacken geübt – aber die Pflanzen werden es uns hoffentlich danken. Alternativ können sie sich mit dem Laub zudecken, das der Baum auf der Rasenfläche vor dem Haus in Massen verliert. Im nächsten Jahr dürfen sich dann auch die Pflanzen im Garten über den Blättersegen freuen, denn kurz vor Weihnachten wurden in der Privatstraße hinter dem Haus noch frische Bäume in ansehnlicher Größe gepflanzt.

Und: Immer schön Wetterbericht gucken

Was wir außerdem lernen mussten: Wenn Stürme angekündigt werden, also so richtige Stürme, wie wir sie 2017 in kurzer Abfolge zweimal hatten, dann sollte man das wirklich ernst nehmen und rechtzeitig alles sturmsicher machen. Im Zweifel gilt nämlich: Was wegfliegen kann, das fliegt auch weg. So gesehen in einigen Nachbargärten, in denen „Xavier“ vom Gartenstuhl bis zum Geräteschuppen alles umpustete. In unserem Fall hielten sich die unfreiwilligen Geschosse glücklicherweise in Grenzen, aber auch für Terrassentrennwände, die man zuvor ordentlich mit Beton im Boden befestigt hat, gilt: Wie ordentlich man das gemacht hat, ist dem Sturm im Zweifel wurscht, vor allem wenn ein ordentlicher Dauerregen vorher die umgebende Erde aufgeweicht hat. Dann neigt sich so eine stabile Holzwand im Wind wie ein Grashalm. Glücklicherweise hatte unser Nachbar ein paar Bretter zum Abstützen parat, mit denen er uns kurzerhand aushalf. Die Stützen stehen übrigens immer noch da – man weiß ja nie, welche Kapriolen das Wetter über die ungemütliche Jahreszeit hinweg noch so schlägt.

Tschüs 2017!

Insgesamt können wir mit unserem ersten Jahr im eigenen Haus sehr zufrieden sein. Wir haben viel geschafft und sind mit unseren Plänen für Haus und Garten gut vorangekommen. Auch die Nachbarschaft wächst und gedeiht, sowohl in unserer kleinen gelben Reihenhaussiedlung als auch rundherum. Wir sind gespannt, was das neue Jahr bringen wird.

In diesem Sinne: Mach’s gut 2017 und willkommen 2018!

Kies me, baby!

Wer ein Haus mit Grundstück kauft, braucht vor allem eins: verdammt viel Kies. Nicht nur in der Tasche, sondern manchmal auch im Garten. ;)

Unser Vorgarten oder: Was fangen wir damit eigentlich an?

Während wir für den Garten hinter dem Haus recht schnell die ersten Vorstellungen zur Gestaltung hatten, machte uns der Vorgarten erst einmal ratlos. Denn im Gegensatz zu den Häusern in der zweiten Reihe, die ihre Autostellplätze vor der Haustür und deshalb eher schmale Blumenbeete als einen richtigen Vorgarten haben, hat unserer den Namen tatsächlich verdient. Immerhin 4,3 mal 5,5 Meter misst die Fläche – das will erst mal gestaltet werden.

Die Ausgangssituation war … nennen wir es »nicht wirklich ansprechend«. Das ist zugegebenermaßen etwas geschmeichelt, denn außer einem Weg samt Treppe aus grauen Pflastersteinen, einem Briefkastenprovisorium auf Holzpfahl und vier Mülltonnen, die zwar reichlich bunt bedeckelt, aber ansonsten wenig ansehnlich sind, gab es nicht viel. Das heißt, doch: Es gab ein rund zwanzig Zentimeter tiefes Loch, das erst mal mit Muttererde aufgefüllt werden wollte. Und an der Stelle hörten unsere Pläne für den Vorgarten für einige Monate erst mal auf.

Es werde grün!

Aus zwanzig Quadratmetern Loch wurden also zwanzig Quadratmeter Erde, die je nach Witterung und Sonneneinstrahlung mal wie, nun ja, Erde oder wie eine Staubwüste aussahen. Also wälzte ich diverse Onlinegartenkataloge und -ratgeber nach Pflanzen, die die Fläche optisch aufwerten sollten. Hübsch sollten sie sein und gleichzeitig für unseren Vorgarten geeignet. Sechs Meter in die Höhe schießende Bäume fielen schon mal aus, immerhin wollten wir keine grüne Laubwand vor dem Küchenfenster. Damit schied leider auch die von mir favorisierte und in vielen umliegenden Gärten schon bewunderte Magnolie aus. Außerdem mussten die Pflanzen mit wenig Sonnenlicht auskommen, denn abgesehen von ein paar Stunden Morgensonne liegt unser Vorgarten den ganzen Tag im Schatten des Hauses.

Funkie mit Blüte

So fiel meine Wahl auf drei verschiedene Sorten Funkien und zwei Farnarten in unterschiedlichen Farben. Meine Vorstellung war, dass die insgesamt dreizehn Pflanzen in Zukunft den hinteren Teil des Vorgartens, also den direkt am Haus, schön dicht begrünen würden, wobei die Funkien mit drei verschiedenen Blattfarben für genug Abwechslung sorgen sollten. Die Farne in Gold und Silber (im Onlineshop sah das wunderschön aus) sollten dazwischen als Blickfang dienen. Da wir kein Auto unser Eigen nennen, mit dem man Pflanzen vom nächsten Pflanzenhandel herankarren könnte, bestellte ich das ausgesuchte Grün im Internet. Der Vorteil: Die Pflanzen gab’s gleich im praktischen Set, was wesentlich günstiger war als im Baumarkt. Allerdings bekommt man im Baumarkt auch mehr fürs Geld. Mehr Pflanze vor allem. Die gelieferten solchen konnte man allenfalls als Pflänzchen bezeichnen. So wird das mit dem Urwald vor der Haustür wohl noch etwas dauern.

Apropos dauern: Das Einpflanzen musste dann auch noch einige Wochen (!) warten. Da gab es ja noch einen Zaun, der sich nicht so schnell aufstellte wie erwartet … Die bestellten Pflanzen bekamen derweil Asyl im Gästebad – und Thomas bei jedem Betreten des Zimmers ein graues Haar mehr.

Es grünt so grün …

Als es dann endlich ans Einpflanzen ging, offenbarte sich ein winzigkleiner Planungsfehler oder sagen wir, etwas, das ich nicht bedacht hatte: Die Pflanzen waren so … grün! Tatsächlich haben die Funkien drei verschiedene Blattfarben, aber ob nun dunkelgrün, hellgrün oder blaugrün – grün bleibt grün. Und die Farne? Die sind von Gold und Silber auch noch weit entfernt.

Die Farne haben zwar unterschiedliche Farben, aber von Gold (links) und Silber (rechts) sind sie noch weit entfernt

So gesellten sich bei einigen Baumarktbesuchen noch zwei Hortensien, eine Harlekinweide, eine rot blühende Prachtspiere und ein Japanischer Ahorn hinzu, um wenigstens etwas Farbe ins Spiel zu bringen. Passend dazu kamen noch zwei Blumenkästen mit rot blühender Bepflanzung in die Fenster von Küche und Gäste-WC. Ach ja, die Blüten der Hortensien färben sich inzwischen übrigens – wie sollte es auch anders sein – grün. Hmpf.

Ein Garten für mit viel Kies

Da die online bestellten Pflänzchen wie gesagt recht klein waren und auch im Baumarkt nur die Miniausgaben erschwinglich sind, war das Problem mit dem wenig ansehnlichen Fleckchen Erde vor dem Haus aber immer noch nicht gelöst. Inzwischen sprossen nach einem heftigen Regenguss sogar schon Pilze daraus hervor. Und nicht nur das: Spätestens seit der Lieferung des Rollrasens sahen die Vorgärten der Nachbarn fertig aus. Wir dagegen hatten keinen Rasen im Vorgarten gewollt, um nicht mit dem Rasenmäher wahlweise durchs Haus oder um das Haus herum zu müssen, und nun fühlte sich unser Vorgarten an wie das hässliche Entlein des Blocks.

Die Lösung: Kies. Viel Kies. Ich hatte schon lange mit der Gestaltung eines Kiesgartens geliebäugelt und die Idee spätestens nach dem Betrachten eines anderen Vorgartens in der Nachbarschaft zur beschlossenen Sache erklärt. Schließlich hat so ein Kiesgarten einige Vorteile: Er sieht immer gepflegt aus und macht kaum Arbeit. Da wir den Vorgarten nur beim Losgehen und Heimkommen sehen (und beim Rausbringen des Mülls), uns ansonsten aber eher im Garten hinter dem Haus aufhalten, sind diese Eigenschaften genau das Richtige.

Die Harlekinweide wuchert schon ordentlich. Beim Einpflanzen reichten die Zweige noch lange nicht bis auf den Boden.

Mal wieder im Baumarkt standen wir vor der Qual der Wahl. Kies gibt es quasi wie Sand am Meer, und das in unzähligen Größen und Farben. Weiß und rund oder schwarz und spitz? Alles ist möglich. Meine erste Wahl war ein bunter Rheinkies, wie er auch schon im Traufring um das Haus herum liegt. Das passte gut zusammen und die verschiedenfarbigen Steine sahen auch nicht zu langweilig aus, außerdem waren sie nicht zu krümelig klein. Aber wenn ich bei unseren bisherigen Planungen rund ums Haus eins gelernt habe, dann das: Der erste Plan ist selten der finale.

Gelb, gelb, gelb sind alle meine Steine

Im Garten lag rechts und links der Terrasse zu dieser Zeit bereits Kies, und zwar ein beige-gelber Kalkstein, der im Handel auf den klangvollen Namen »Yellow Sun« hört. Derselbe Kies sollte den Bereich um unsere frisch aufgebaute Gartenhütte zieren. Thomas, der beim Thema Gartenplanung ansonsten eher die absegnende Instanz und hin und wieder die ausführende Kraft darstellt, kam irgendwann auf die glorreiche Idee, dass wir nur einmal bestellen müssten, wenn wir im Vorgarten einfach denselben Zierkies verwendeten. Außerdem würde der hübsche gelbliche Kies dort doch auch eine super Figur machen. Nun, auch ein blindes Huhn findet mal ein Gartengestaltungskorn und so ging bald auch im Vorgarten die (steinerne) Sonne auf.

Kurze Zeit später standen 1,5 Tonnen »Yellow Sun« auf unserem Autostellplatz, geliefert von zierkiesundsplitt.de, die wir an dieser Stelle gerne weiterempfehlen. Der Preis war um einiges günstiger als im Baumarkt, noch dazu versandkostenfrei und die Lieferung ging wirklich schnell und reibungslos. Da können sich einige Umzugs- und Zaunbaufirmen gerne etwas abschauen.

So sieht er aus, der Zierkies »Yellow Sun«

Gleich mitbestellt hatten wir einige Meter metallene Rasenkanten und weißes Unkrautvlies. Mit beidem ging es dann auch fleißig ans Werk, denn wir wollten weder, dass unser Kies durch den Zaun hindurch bei den Nachbarn landet, noch dass sich Unkraut seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Wie besch…eiden es sich macht, Unkraut aus Kiesbeeten zu zupfen, sehe ich einmal pro Woche neben unserer Terrasse, wo wir leider noch nicht so schlau waren, uns über Unkrautverhütung zu informieren. Aber Fehler sind da, um aus ihnen zu lernen, und so schaufelten wir das weiße Vlies mit einer Tonne noch weißem Zierkies (die Thomas mangels Schubkarre Eimerchen für Eimerchen durchs Wohnzimmer trug) zu, denn beige-gelb sollte er erst nach dem ersten Regenschauer werden. Der ließ allerdings nicht lange auf sich warten, sodass es zwei Samstagseinsätze brauchte, um den gesamten Vorgarten mit den kleinen Steinchen einzudecken.

Aber die Mühe hat sich gelohnt, wie ich finde. Davon darf man sich wie immer in unserer traditionellen Fotogalerie überzeugen:

 

Hüttengaudi

Verdauen wir immer noch den holprigen Zaunaufbau oder ist einfach nur der Sommer eingekehrt, sodass wir unsere freie Zeit lieber draußen verbringen, statt unser kleines Baublog zu pflegen? Wie dem auch sei, der letzte Beitrag liegt nun schon einige Zeit zurück. Höchste Zeit also, vorm kommenden Herbst noch fix die fehlenden Gartenthemen zu besprechen, um die wir uns in diesem Jahr gekümmert haben.

Ein großes Thema – für viele vermutlich eines der wichtigsten – ist ja immer das Gartenhaus. So mancher Häuslebauer macht dermaßen viel Wind um die Sache, dass man meinen könnte, der Haussegen hinge schief und einer von beiden würde demnächst ins Gartenhaus ziehen müssen, um künftig mit dem Rasenmäher zu kuscheln.

Gut geplant ist halb gebaut

So weit ist es bei uns noch nicht, drum machten wir eben auch keine Wissenschaft draus. Dennoch galt es natürlich wieder mal, einiges zu planen und zu entscheiden, bevor das Gartenhaus tatsächlich in Angriff genommen wurde.

Zuerst natürlich: Braucht man so ein Ding überhaupt? Es macht schließlich viel Arbeit das Haus aufzubauen, es nimmt wertvollen Platz auf dem Grundstück weg, den man ansonsten zum Anpflanzen von Japanischer Wollmispel verwenden könnte, und zu allem Überfluss kostet so ein Teil auch noch Geld. Ganz ehrlich, hätten wir einen Keller, hätte ich mir die Sache zweimal überlegt, auch wenn ich beim Rauf- und Runterschleppen des Rasenmähers vermutlich regelmäßig fluchen würde wie ein Rohrspatz. Da wir aber nun ohnehin wenig Stauraum im Haus haben und ich besagten Rasenmäher noch viel weniger gern durchs Wohnzimmer schleppen wollte, fiel die Entscheidung über das »Ob« nicht schwer.

Als nächstes galt es zu überlegen, was genau es denn sein sollte. Wie fast alles gibt es auch Gartenhäuser in gefühlt tausend Formen und Materialien. Wir planten von Anfang an, das Haus direkt neben unserem zumeist ungenutzten Autostellplatz aufzubauen. Somit wussten wir schon mal, dass das Haus nicht viel tiefer als zwei Meter sein durfte. Dafür konnte es ruhig etwas in die Breite gehen. Wir hatten von vornherein mit einer quadratischen Gartenfläche geplant, sodass der komplette Raum neben dem Stellplatz – immerhin fünf Meter – ruhig fürs Gartenhäuschen draufgehen durfte.

Mit den Maßen in Kopf wollte als nächstes die Ausführung des Hauses entschieden werden. Ich persönlich denke ja gerne funktional und wäre mit einem Fertiggartenhaus aus wetterbeständigem Metall/Kunststoff/WPC zufrieden gewesen (zumindest sage ich das im Nachhinein, aber dazu später mehr), die Dame des Hauses bestand jedoch auf was Hübscherem aus Holz – schließlich schaut man durch die großen Wohnzimmerfenster direkt darauf – und irgendwie soll ich wohl auch dafür gewesen sein, obwohl ich mich daran nicht mehr erinnern kann. ;)

Holz vor an der Hütte

Nach einigem Herumgeblättere in Katalogen wurden wir schließlich fündig. In einem Prospekt von Bauhaus fanden wir das Blockbohlenhaus »Oslo« (das es in ganz ähnlicher Ausführung und unter anderem Namen auch in gefühlt jedem anderen Fachgeschäft gibt), das uns aus mehreren Gründen sofort gut gefiel: Es passt perfekt auf unser knapp bemessenes Grundstück, besitzt einen kleinen Anbau, in dem sich prima Besen, Harke und andere Geräte unterbringen lassen, die gern laut krachend umfallen, wenn man sie versehentlich streift, und zudem hat es einen kleinen Unterstand für ein Fahrrad oder ähnliches. Der Innenraum ist mit zwei mal zwei Metern gerade groß genug für Grill, Rasenmäher und diversen Kleinkram. Außerdem war das Haus zwar kein Schnäppchen, lag aber in unserem Budget.

Zwischen Kauf und Lieferung hatten wir absichtlich ein paar Wochen Wartezeit eingeplant. Schließlich wollte das Fundament noch hergestellt werden, und da wir hier absolute Laien sind, ließen wir uns tatkräftig von Jasmins Vater unterstützen. Zuvor hatten wir noch die quadratische Grundfläche des Hauses abgesteckt, ein bisschen gebuddelt und in Windeseile war dann auch ein Ringfundament gegossen. Anmerkung hierzu: Für Holzhäuser wird zumeist ein Streifen- oder Punktfundament empfohlen, ein Ring sollte es aber hoffentlich auch tun. Für den kleinen Anbau des Hauses, der nicht Teil der Grundfläche ist, haben wir vor dem Aufbau Gehwegplatten ausgelegt. Da die später nahezu komplett unter dem Anbau verschwinden, taten es dafür die günstigsten Platten aus dem Baumarkt.

Beim Montieren der Hütte hatten wir dann wiederum Hilfe von Jasmins Eltern, aber dieses Mal konnten auch wir tatkräftig mit anpacken. So ein Blockbohlenhaus kommt leider nicht als vier Wände plus Dach daher, sondern in unzähligen Einzelbrettern, die ineinandergesteckt, verschraubt und festgenagelt werden wollen. Was am Anfang noch so einfach wie das Bauen mit Lego funktionierte, wurde dank verzogener Holzbretter und anderer Hindernisse spätestens beim Dach sehr hakelig. Erschwerend kam hinzu, dass eines der Seitenteile des Hauses direkt unterm Dach in die falsche Richtung angeschrägt war, sodass wir hier mit der Handkreissäge nachhelfen mussten – so viel zur Qualitätskontrolle des Herstellers. (Laut Aufbauanleitung soll man übrigens jedes einzelne Teil vor dem Aufbau prüfen und das ganze Paket reklamieren, falls etwas nicht passt – ich möchte denjenigen sehen, der dieses Chaos aus Holz in dem Stadium überblicken kann.)

Improvisation war aber sowieso das Stichwort. Ständig musste irgendwas entgegen der Anleitung irgendwie anders befestigt und vorsichtshalber verschraubt werden, weil nichts so richtig gerade gearbeitet war. Darauf wies auch die Anleitung ausdrücklich gefühlt alle drei Sätze entschuldigend hin, denn schließlich handle es sich um Holz aka ein Naturprodukt, da könne man nicht garantieren, dass alles passgenau sei, und überhaupt müsse das alles ja so. Gefühlt alle vier Sätze dagegen wurde mahnend erwähnt, dass man beim Bau bloß genau arbeiten solle und die Winkel auf jeden Fall stimmen müssten, weil sonst bestimmt alles zusammenkrachen würde.

Den Rest … schaffen wir alleine

Die Anleitung an sich konnten wir aber ohnehin nicht richtig ernst nehmen, denn kaum hatten wir den Rohbau nach Anweisung fertig, schwieg sich das Pamphlet über die restlichen Details komplett aus. Die übrigen Beschreibungen lassen sich mit »Jetzt machen Sie den Rest fertig« ganz gut zusammenfassen. Wie genau wir das Türschloss befestigen sollten (Improvisation vom Feinsten), die Fensterchen in die Türen setzen, die Riegel am Anbau anbringen, all das ließ sich allenfalls erahnen, wurde aber nirgends beschrieben. Wer detaillierte IKEA-Anleitungen gewöhnt ist, kommt hier aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. (Hätte IKEA Gartenhäuser aus Holz im Sortiment, wir hätten unseres lieber dort gekauft.)

Wer es gerne einfach und verlässlich mag, sollte aber ohnehin nicht zum Holzhaus greifen. Holz ist ein Naturstoff, der »arbeitet«, wie man so schön sagt. Klemmende Türen und Schlösser, die von einem Tag auf den anderen nicht mehr ineinandergreifen, bleiben nicht aus, und auch wir haben damit schnell erste Erfahrungen machen dürfen. Die Tür zum Hauptraum lässt sich an guten Tagen zweimal, an anderen nur einmal abschließen; der Anbauschrank kam mit mehreren kleinen Riegelschlösschen, die dem ersten Gewittersturm nicht standhielten und sich inzwischen dank leicht verzogener Türen gar nicht mehr schließen lassen. Abhilfe schafft hier inzwischen ein einfacher Riegel mit Vorhängeschloss aus dem Baumarkt.

Wir bekennen Farbe

IMG_3121Nachdem unser Haus soweit fertig war, musste das Dach drauf und natürlich Farbe dran. Das Holzdach haben wir mit Bitumenschindeln eingedeckt. Zum Festnageln durfte ich aufs Dach klettern, woraufhin es prompt zu regnen begann. Da ich keine Lust hatte, wieder herunterzukraxeln, blieb ich eben gemütlich mit Regenschirm auf dem Dach sitzen und wartete. Leider zückte niemand die Kamera, sodass dieses Erlebnis nicht für die Nachwelt festgehalten wurde.

Das nun eigentlich schon recht fertige Gartenhaus wurde schließlich von Jasmin innen und außen grundiert, die durch die Ausdünstungen der Schimmel vorbeugenden Holzgrundierung hoffentlich nicht allzu viel Lebenserwartung eingebüßt hat. Als auch das erledigt war, konnten wir endlich Farbe ins Spiel bringen.

Ursprünglich wollten wir unser Gartenhaus in Schwedenrot erstrahlen lassen, auch blau mit weißen Akzenten hatten wir in der näheren Auswahl. Letztlich fiel unsere Wahl aber auf eine Farbe, die wir so in der Reihenhaussiedlung noch nirgendwo fanden: grün. Genauer gesagt auf sogenanntes »Behagliches Grün«, eine Vintage-Farbe der Marke Bondex, die uns im Baumarkt sehr gut gefallen hatte. Doch beim Anstrich kam dann erst mal der Schreck: Das war doch nie im Leben ein Grün! Was wir da auftrugen, hatte was von pürierten Schlümpfen. Uns gefiel das Ergebnis (nach etwas Gewöhnungszeit) dennoch und in den folgenden Tagen sogar immer besser, denn je nach Lichtstimmung wirkt unser Gartenhaus jetzt tatsächlich mal eher blau und mal blaugrün – behaglich genug jedenfalls. Wir beließen es auch bei einem Anstrich, weil wir keine Lust mehr auf einen zweiten hatten um den Vintage-Charakter der aufgetragenen Farbe zu erhalten. Für die Akzente wählten wir schließlich ein Weiß derselben Marke und fertig war der Lack.

Das Ergebnis lässt sich auf den folgenden Bildern bewundern. Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit unserer Wahl.

(Endlich) Alle Matten am Zaun

Als wir unser neues Haus bezogen, war erst mal alles ganz abenteuerlich, besonders draußen. Statt auf einen Garten zu gucken, genossen wir den Blick auf ein zerklüftetes Mondlandschaftsviereck, und um die neuen Nachbarn zu besuchen, mussten wir eigentlich nur über die Terrassen hüpfen wie Frösche über Seerosenblätter. Was sich bis weit in den Frühling hinein ein bisschen anfühlte wie ein ausgedehntes Ferienlager, konnte – und sollte – natürlich nicht immer so bleiben. Und nachdem wir endlich unseren Garten mit Mutterboden aufgefüllt hatten, musste schließlich auch ein Zaun her. Nicht, weil wir unsere Nachbarn plötzlich nicht mehr mochten, sondern um das Revier abzustecken, auch um mal etwas draußen stehen lassen zu können, ohne Angst zu haben, dass einem bei Nacht der halbe außen gelagerte Hausrat geklaut wird, und natürlich, um auch außerhalb der eigenen vier Wände ein wenig Privatsphäre zu genießen.

Wer einen Zaun kaufen möchte, der hat – wie eigentlich bei allem, was das Eigenheim angeht – die Qual der Wahl: Soll mittels geschlossener Trennwände ein ganzes Fort entstehen? Darf es ein Holzzaun sein oder doch lieber was Gemauertes, vielleicht etwas aus Gusseisen, gemacht für die Ewigkeit, oder etwa doch »nur« die altbekannte Stabmatte, die immer ein bisschen nach öffentlicher Grünanlage aussieht? Um es kurz zu machen: Die Entscheidung hat uns am Ende der schnöde Mammon abgenommen, denn selbst die günstigste Lösung – nämlich ein Doppelstabmattenzaun mit entsprechenden Toren – kostete für uns mit Aufbau je nach Anbieter zwischen 2.800 und 3.000 Euro. Wir hatten auch Angebote von polnischen Zaunbaufirmen (die es hier offenbar wie Sand am Meer gibt) mit einbezogen, die ja meist etwas günstiger sind, uns letztlich aber für einen Zaun aus deutscher Fertigung und mit Aufbau von einem, nun ja, deutschen Zaunbauer entschieden.

Ein Treffen mit dem Zaunkönig

Und nun muss ich tief durchatmen … Der Grundstein unserer Entscheidung war ein Treffen in geselliger Runde mit den Nachbarn, an dem auch unser Zaunbauer teilnahm, der genau genommen ein Garten- und Landschaftsbauer ist. Eigentlich ging es dabei um die Lieferung von Mutterboden, aber weil’s gerade so gut lief, wurde eben auch der Aufbau von Zäunen angeboten. Die Entscheidung war damit für uns sowie die meisten anderen der Nachbarn hier im Block eigentlich schon gefällt. Besagter Herr erklärte uns nämlich recht versiert, wie der Aufbau ablaufen und was er alles Tolles machen würde und das klang zusammengenommen so schön geschmeidig und fluffig und überzeugend, was sollte da schon schiefgehen?

Nun, so ziemlich alles, denn wer Hausbesitzer mit schönen Worten einlullen kann, der kann nicht unbedingt auch akkurat Grundstücke einzäunen. Ich könnte ein Drama in fünf Akten über unseren beschwerlichen Weg zum eigenen Zaun schreiben, aber ich will mal versuchen, mich einigermaßen kurz und sachlich zu fassen. Nachdem wir jedenfalls unsere Entscheidung getroffen hatten, fing der Ärger schon in der Angebotsphase an: Ständig stimmten irgendwelche Details nicht, wir mussten wirklich alles prüfen und immer wieder Korrekturen vornehmen lassen. Als nächstes wurden Termine zum Maßnehmen der Grundstücke nicht eingehalten, bis am Ende gar nicht mehr Maß genommen wurde, und als es dann irgendwann mal mit dem tatsächlichen Aufbau losgehen sollte, wurde es erst so richtig finster im Gartenbauland.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel, viel weiter …

Am versprochenen Tag des Zaunaufbaus – ungefähr einen halben Monat nach dem eigentlich mal anvisierten Termin übrigens – kam unser Gartenbauer mit seinem Laster und einem (!) Arbeiter. Geliefert wurden ein paar Pfosten, ein paar Doppelstabmatten und ein paar Tore. Wer hier im Block Glück hatte, würde also vielleicht bald einen Zaun besitzen, wer Pech hatte, würde länger warten müssen. Letztlich hatten wir … Pech. Und zwar alle. Das lag aber eher daran, dass innerhalb eines Tages im Schneckentempo gerade mal ein paar Löcher für die Pfosten gebuddelt wurden. Witzigerweise hatte ein Reihenendhaus unseres Blocks einen anderen Zaunbauer gewählt, der am selben Tag mit dem Aufbau startete. Vier oder fünf Mann legten dort zeitgleich mit unserem Ein-Mann-Team los, buddelten und bauten, was das Zeug hielt und – Bäm! – am Abend stand der komplette Zaun inklusive der Tore. Und bei uns? Na ja, ein paar Löcher halt.

Dann passierte längere Zeit über nichts. Grund eins: Der Gartenbauer hatte eigentlich gar keine eigenen Monteure, bzw. zumindest keine festangestellten, sondern immer nur solche, die er per Telefon dazu überredete, ein paar Tage für ihn tätig zu werden. Grund zwei: Die ach so tollen Stabmatten und Pfosten aus deutscher Fabrikation waren nicht mehr lieferbar. Die Dinger scheinen zu entsprechender Saison tatsächlich ähnlich begehrt und vergriffen zu sein wie Bananen in der DDR. Dieses ganze Spielchen ging noch eine ganze Weile weiter. Mal fehlten wieder Teile, mal gingen die Monteure auf dem Weg zur Arbeit plötzlich verloren. Als Kirsche auf der Torte des Grauens kam hinzu, dass sich auf einmal höhere Preise für Mehrarbeiten ergaben, die eigentlich von vornherein klar gewesen waren bzw. hätten sein sollen, wenn der Gartenbauer bei einem seiner Besuche die Augen aufgemacht hätte. Statt eines Zauns schoss so erst mal eine ganze Weile lang nur der Unmut aller beteiligten Nachbarn in ungeahnte Höhen und nicht nur einmal waren wir kurz davor, den selbsternannten Gartenbauprofi mit der Mistgabel vom Hof zu jagen. Wenn wir denn eine Mistgabel gehabt hätten. Unsere Geduld war jedenfalls definitiv am Ende und das ganze Unterfangen schien sich bis zur Unendlichkeit auszudehnen.

Doch ach, letzten Endes rissen wir uns zusammen und seit Mitte Juni – insgesamt etwa einen Monat später als ursprünglich mal versprochen – steht, oh Wunder, ein doch zumindest augenscheinlich fachgerecht montierter Zaun zwischen unseren Grundstücken. Dass wir in der anschließend zu begleichenden Rechnung Fehler fanden, muss ich nicht extra erwähnen, oder?

Zahlen, Fakten, Bilder

So, nachdem unser Weg der Schmerzen denn nun auch beschrieben ist, noch ein paar Details zum Zaun an sich: Wir haben uns für einen anthrazitfarbenen Doppelstabmattenzaun entschieden. Doppelstabmatten haben zwar so viel Sexappeal wie ein Sack Zwiebeln, dafür sind sie vergleichsweise günstig und halten lange – hoffentlich. Im Garten hinter dem Haus hat unser Zaun eine Höhe von 1,60 m, im Vorgarten dagegen nur einen Meter. Dem Vorgarten haben wir zudem eine kleine Pforte spendiert, sodass dieser komplett geschlossen ist. Hinterm Haus haben wir das Grundstück ebenfalls komplett umschlossen, also auch den von Bonava errichten Autostellplatz mit eingefasst. Wir besitzen kein Auto und da wir auf der Stellfläche erstens nicht ständig ungefragt Fremdparker haben möchten (Die Parkplatzsituation hier ist ein Graus!) und die Fläche zweitens für uns irgendwie nutzbar bleiben soll – und sei es nur als dekadent großer Fahrradabstellplatz –, haben wir uns dazu entschieden, die Stellfläche mit einem Doppelflügeltor zu versehen, statt sie offen zu lassen. Eine sehr gute Entscheidung, wie wir finden, auch wenn wir bisher nicht wissen, ob bei (nach innen) geöffneten Torflügeln auch wirklich noch ein Auto auf unser Grundstück passt – was uns aus den genannten Gründen aber auch erst einmal sehr egal ist.

Last but not least der Preis: Wir landeten für alles zusammen bei ziemlich genau 3.000 Euro. Kein Pappenstiel, schon klar. Wer sein Budget fürs Eigenheim plant, sollte das Zaunthema auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, viel günstiger wird’s nämlich nicht, solange man nicht selbst Hand anlegen möchte. Neben Material und Aufbau waren in unserem Fall übrigens auch der Zement und die Kanthölzer zum Stützen des frisch errichteten Zauns mit im Preis inbegriffen, was nicht immer der Fall ist. Je nach Vereinbarung darf der Zement auch schon mal selbst herangekarrt werden, hier sollte man also die Augen offenhalten bei der Zaunbauerwahl.

Zum Abschluss, wie immer, noch ein paar versöhnliche Bilder:

Es werde Grün!

Solange Winter war, fühlte sich das Wohnen im neuen Haus ein wenig an, als wären wir einfach in eine größere Wohnung gezogen: mehr Zimmer, zwei Treppen und ein bisschen mehr Bewegung, weil wir ständig von unten nach oben und zurück laufen müssen. Doch dann begann der Frühling und unter dem Schnee kam das zum Vorschein, was mal unser Garten werden sollte … Und seitdem kann zumindest ich plötzlich ganz gut verstehen, weshalb Leute sich lieber Wohnungen statt Häuser kaufen.

Es steckt nämlich so verdammt viel mehr Arbeit darin, selbst aus ein wenig Reihenmittelhausbrachland, das nicht viel umfangreicher ist als das Liegestuhlhandtuch eines deutschen Mallorca-Urlaubers, einen Garten zu bauen, in dem man sich wohlfühlen kann. Hätte ich meinen Eltern früher im Garten geholfen, dann hätte ich es erahnen können. Hab ich aber nicht. Und so werden wir in den nächsten Beiträgen ausführlich darüber jammern berichten, was sich in Sachen Gartenarbeit bei uns schon getan bzw. nicht getan hat. Den Anfang soll unser Rasen machen, einfach weil der Eindruck noch so frisch ist, sind wir doch erst heute damit fertig geworden.

Von der Rolle

Schon vor Monaten hatten wir hin und her überlegt: Rollrasen verlegen (lassen) oder doch lieber selbst säen, warten und dem Gras beim Wachsen zuschauen? Vielleicht hatten wir ja schon zu lange ungeduldig aufs Haus gewartet, jedenfalls lief es am Ende auf Rollrasen hinaus. Die nächste Frage, die sich stellte: Sollten wir das Zeug selbst ausrollen oder lieber einen Experten ranlassen? Ursprünglich hatten wir Letzteres geplant, aber nachdem wir bereits (zu) viel Geld für alles Mögliche ausgegeben haben – und weil das Verlegen von Rollrasen laut YouTube und Co. gar nicht so schwierig sein sollte (und das Internet lügt bekanntlich niemals) –, entschieden wir uns, die Rollrasenbahnen selbst zu verlegen. Leider nun erst im Juni statt bereits im April, was daran liegt, dass wir ursprünglich zuerst unseren Gartenzaun fertig haben wollten, damit nicht im frischen Rasen herumgebuddelt wird, doch dies ist eine andere Geschichte voller zerstörter Hoffnungen gebeutelter Hausbesitzer (und damit auch ein demnächst folgender Beitrag ;) ).

So ging es dann eben erst gestern ans Verlegen. Zu unchristlicher Uhrzeit harkten wir die Fläche, auf welcher der Rasen sprießen sollte, noch einmal ordentlich durch, um die letzten Unebenheiten zu beseitigen. Hinterher kam ein Starterdünger drauf, der ein wenig an eine verschüttete Packung Waschpulver erinnerte und anschließend mit der Harke in den Boden eingearbeitet wurde, bevor dann alles mit der monströsen Rasenwalze festgedrückt wurde.

Der Rasen wurde uns pünktlich um 8 Uhr auf mehreren Paletten geliefert. Für eine quadratische Fläche von ca. 42 qm haben wir beim Rollrasen-Profi ungefähr 210 Euro bezahlt, wobei wir ca. fünf Prozent mehr als eigentlich benötigt bestellt hatten, da eben auch immer ein paar weniger brauchbare Bahnen dabei sein könnten. Das klingt zuerst einmal gar nicht so günstig, ist es im Vergleich aber. Auf jeden Fall lohnt es sich, verschiedene Angebote zu vergleichen. Insgesamt hatten wir Rasen für drei aneinanderliegende Reihenmittelhausgrundstücke geordert. Der sehr freundliche Lieferant lud die Ware ab, erklärte kurz, wie das Zeug richtig verlegt wird, und dann konnte es auch schon losgehen.

Krafttraining mit Grün

Schwer war das Verlegen letztlich schon, allerdings aus anderen Gründen: Ca. 15 Kilo dürfte eine Rasenrolle gewogen haben und die beiden Nachbarn und ich haben davon so einige Bahnen auf unsere drei Grundstücken geschleppt.

Während das Herumtragen der Rollen ganz schön auf die Arme und den Rücken ging, war das Verlegen des Rollrasens an sich gar nicht so kompliziert und klappte Hand in Hand mit den Nachbarn ziemlich gut. Die Bahnen werden einfach auf Stoß aneinandergelegt, sodass sich nichts überlappt, aber eben auch keine Lücken entstehen. Sichtbare »Nahtstellen« zwischen den Bahnen sollen sich später verwachsen. Na hoffen wir mal, dass das stimmt. Wichtig ist auch, dass nebeneinanderliegende Bahnen versetzt verlegt werden, sodass keine »Kreuzfugen« wie beim Verlegen von Fliesen entstehen. An den Grundstücksgrenzen, Terrassen und Autostellflächen überlappende Rasenbahnen schnitten wir mittels Sägemesser und Gartenschere ab. Vor allem Letzteres funktionierte überraschend gut.

Obwohl wir während der Verlegeaktion durch mehrere üppige Kaffeepausen den Koffeinspiegel bis unter den Haaransatz trieben, kamen wir bis mittags durch: Die Knochen schmerzten, die Wirbelsäule flehte um Gnade, die wunden Finger brannten, doch plötzlich war alles grün, was kurz zuvor noch nach akkurat geharkter Mondlandschaft ausgesehen hatte. Glücklich und zufrieden gingen wir über zum nächsten Kaffee, dann schnappten wir uns noch einmal die Rasenwalze und gingen langsam auf dem neu verlegten Grün auf und ab, um die frischen Bahnen mit dem Mutterboden zu verbinden. Das fühlt sich übrigens ein bisschen so an, als würde man Teig ausrollen.

Wasser marsch!

Und als auch das erledigt war, ging es ans Wässern. So ein frisch verlegter Rollrasen verschlingt Unmengen an Wasser: Ratgeber im Internet (wie gesagt, es lügt schließlich nie) empfehlen bis zu 20 Liter – pro Quadratmeter! Die Grassode, also der Boden unterhalb des Rasens, soll bis zu 7 cm tief nass sein, damit der frische Rasen seine Wurzeln möglichst tief ins Erdreich treibt und so weniger anfällig gegen Trockenheit wird.

Der Wasserzähler drehte dabei jedenfalls kräftig am Rad und wenn die nächste Wasserrechnung eintrudelt, werde ich es ihm vermutlich nachtun. Gegebenenfalls rüsten wir später noch einen Außenwasserzähler nach, damit wir uns wenigstens die anfallenden Abwassergebühren sparen. Hier werden wir aber erst einmal schauen, wie viel Wasser wir tatsächlich verplempern, denn so ein Wasserzähler muss alle paar Jahre getauscht oder geeicht werden und das kostet neben der Installation desselben eben auch ein bisschen was bzw. deutlich mehr als die Abwassergebühren für bspw. 1000 Liter Abwasser. Und dem Rasen werden schließlich nicht das ganze Jahr über solche Unmengen an Wasser in den Schlund gekippt, sondern nur während der ersten zwei Wochen nach dem Ausrollen. Anschließend soll Normalbetrieb herrschen. Erst dann darf bzw. muss auch das erste Mal gemäht werden, denn ein zu langer Rasen wird unten schnell gelb, während ein zu kurzer in der Sonne leicht verbrennt.

Derweil drücken wir natürlich kräftig die wunden Daumen und hoffen, dass der Rasen sich auf unserem Boden wohlfühlt und gut anwächst. Das Unkraut tat das jedenfalls bisher auch ganz gut ohne unser Zutun. Und weil’s trotz der Anstrengungen ein sehr spaßiger Tag war, beenden wir diesen Beitrag traditionell mit einigen Fotos (für die neben zu viel Kaffee zum Glück auch noch Zeit war).

Was wurde eigentlich aus …

Da immer wieder Häuslebauer und solche, die’s mal werden wollen, unser Blog finden und eben auch immer wieder mal nachgefragt wird, wie das denn eigentlich so lief mit Bonava, dachten wir uns, wäre es doch gar nicht schlecht, einen kurzen Nachklapp darüber zu liefern, was denn eigentlich aus den Mängeln geworden ist, die wir bei und nach der Abnahme festgestellt hatten.

Über die Abnahme selbst mitsamt der Mängel hatten wir seinerzeit bereits gebloggt, deshalb hier nur noch mal die Kurzfassung. Direkt bei der Übergabe hatten wir festgestellt, dass die Türzarge zwischen Studio und Heizungsraum falsch eingesetzt war und über den Fliesensockel ragte, was eine unschöne Lücke zwischen Zarge und Wand und auch sonst eine wenig ansprechende Optik zur Folge hatte. Außerdem war der Außenwasserhahn auf unserer Dachterrasse eigenartig schief angebaut, sodass man mit diesem zwar wunderbar die Fassade wässern konnte, der Wasserstrahl aber nur mit Mühe auch in eine Gießkanne zu bewegen war. Weniger kritisch waren die teilweise etwas schwer zu öffnenden Terrassentüren, dafür umso schlimmer ein Problem, das wir erst nach einigen Tagen bemerkten: Die Fußbodenheizung in der Küche blieb kalt, obwohl die Heizung im Wohnzimmer lief und eigentlich beide Raumteile über denselben Heizkreisverteiler laufen sollten. Bei einem Einzug im Dezember nicht gerade die schönste Feststellung.

Eine im Prinzip erfreulich kurze Mängelliste. Schaut man sich so manche Fernsehsendung über Pfusch am Bau an, so kann einem die Lust am Immobilienkauf schon mal ganz schnell vergehen. Aber wie ging die Geschichte denn nun bei uns aus? Um es kurz zu machen: Alle Mängel wurden inzwischen behoben. :)

Die schwergängigen Türen an Terrasse und Dachterrasse wurden bereits einen Tag später korrigiert, als unerwartet zwei Handwerker von der Baustelle an die Fensterscheibe klopften. Das Ganze dauerte keine halbe Stunde und seitdem lassen sich alle Fenstergriffe auch von weniger kräftigen Persönchen problemlos drehen. Danach folgten erst einmal die Weihnachtsfeiertage und Silvester, wo sich natürlich gar nichts tat.

Nach Neujahr bekamen wir endlich Besuch von einem Installateur der Heizungsfirma, der sich unser Problem mit der kalten Küche anschauen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits herausgefunden, dass die Angelegenheit noch gravierender war: Der Temperaturregler im Gäste-WC regelte in unserem Fall den Flur, während der Regler im Flur wiederum die Küche regelte und der im Wohnzimmer eben nur das Wohnzimmer selbst. »Da war doch beim Einbau einer besoffen«, kommentierte der Heizungsinstallateur, der glücklicherweise nur ein paar Kabel im Heizkreisverteiler umstecken musste und fertig war die Laube. Anschließend gab es gleich noch einen kurzen Crashkurs im Bedienen der Heizanlage – auch sehr aufschlussreich.

Die Türzarge zum Heizungsraum wurde erst im März und auf mehrmalige Nachfrage meinerseits beim Polier korrigiert, was aber wohl nicht daran lag, dass Bonava die Meldung nicht weitergegeben hatte, sondern daran, dass der Türbauer schlicht nicht darauf reagierte. Der hätte vermutlich aber sowieso nicht wirklich helfen können, weil sich die Zarge wegen der anliegenden Sockelleisten auf beiden Seiten der Tür nicht mehr verschieben ließ. Also musste es der eigentlich unschuldige Fliesenleger richten, der einfach das unter die Zarge gerutschte Stück Fliese wegschnitt und die Lücke auf der anderen Seite mit Füllmasse schloss. Nicht schön, aber selten, und letztlich ist’s ja nur der Heizungs- und Wäscheraum, insofern war die Lösung akzeptabel für uns.

Last but not least die Außenzapfstelle auf der Dachterrasse: Hier bekamen wir erst in diesem Monat Besuch vom Installateur, der sich das krumme Ding anschaute, verwundert fragte, ob sich da einer draufgesetzt hätte, und die Zapfstelle dann glücklicherweise so weit korrigieren konnte, dass das Wasser nun halbwegs gerade aus dem Hahn fliest und akkurat in der Gießkanne landet. Dass er dazu das Loch in der Fassade mit dem Messer vergrößern musste, sieht man dank der Abdeckung des Hahns glücklicherweise nicht.

FullSizeRender 6

Eine Wasserwaage sollte man nicht anlegen, aber immerhin wird die Fassade nun nicht mehr mitgegossen.

Alles in allem kann man sagen, hat die Mängelbehebung seitens Bonava problemlos geklappt. Ja, es hat etwas länger gedauert, als wünschenswert gewesen wäre. Hätten wir akribischer genervt nachgefragt, dann wäre das alles vielleicht auch schneller vonstatten gegangen. Immerhin jedoch wurden unsere Nachfragen alle weitergegeben und dann lag es eben an den Subunternehmen für die einzelnen Gewerke, ob und wie schnell sich diese bei uns meldeten. Wir bekamen jedenfalls immer Rückrufe und abgestimmte Termine wurden zuverlässig eingehalten. Daher nichts zu beanstanden – in jeder Hinsicht.

Fotos! Fotos!

Wie zuletzt – noch während unserer Prä-Internet-Ära im neuen Haus – angekündigt, wollten wir hier ja unbedingt noch ein paar Fotos nachliefern. Da sich das schöne Wetter samt Licht durch Sonnenschein so gut anbot (und andere nötige Tätigkeiten im noch nicht vorhandenen Garten weniger Spaß machen), betätigte ich mich einfach mal als Hausfotograf. Hier das Ergebnis (samt felinem Fotobomber):

Wir! Sind! Online!

Wir sind wieder da. Also weg waren wir ja nie, aber nun sind wir auch wieder online – genauer gesagt eigentlich schon seit knapp zwei Wochen. Wirkte die internetfreie Zeit die ersten Tage nach Einzug noch irgendwie erfrischend, weil mal nicht ständig Informationen auf uns einprasselten, war es nach einigen Wochen dann doch eine ganz schöne Tortur. Jasmin und ich arbeiten hin und wieder von zu Hause aus und das lässt sich ohne Internet eben schwer bis gar nicht bewerkstelligen. Ganz abgesehen davon, dass es ohne Verbindung ins Datennetz heutzutage schwierig ist, wichtige Dinge zu erledigen, beispielsweise Netflix-Serien zu gucken, Strom- und Gasanbieter zu vergleichen und zu beauftragen, die Müllentsorgung anzumelden und sämtliche sonst so nur noch online bereitgestellten Formulare auszufüllen. Das digitale Zeitalter hat eben doch inzwischen vollständig Einzug in die Gesellschaft gehalten. Erst wenn man mal länger vom Netz abgenabelt ist, merkt man das so richtig.

Beim Bauherrenservice der Deutschen Telekom, der für die Organisation neuer Hausanschlüsse in Deutschland zuständig ist, hatte man zumindest im direkten Telefonkontakt Verständnis für unsere missliche Lage. Klar, die kriegen da sicher viel Ärger ab, schließlich wird es vielen Häuslebauern so gehen, die hierzulande auf ihren Anschluss warten. Entsprechend haben die Mitarbeiter vermutlich eine Art Telefonseelsorgerschulung durchlaufen. Auf Nachfrage zum Auftragsstatus stellte uns eine freundliche Mitarbeiterin daher bereits Ende Dezember, also kurz nach dem Umzug, freundlicherweise kostenfrei einen Surfstick mit LTE-Datenvolumen bereit. YouTube gucken war damit zwar nicht drin, aber die täglichen Notwendigkeiten ließen sich so ganz gut erledigen, während wir weiter darauf warteten, dass sich in Sachen Hausanschluss was tat.

Gold, Weihrauch & Myrrhe

Die Warterei zog sich ordentlich hin, denn die Telekom begann erst nach unserem Einzug und auf mehrfaches Nachhaken unsererseits (und unserer Nachbarn) damit, überhaupt irgendwas zu tun. Unverständlich, denn den von uns herbeigesehnten Glasfaseranschluss hatten wir schließlich bereits im August 2016 beauftragt.

Und wie das so ist mit ehemaligen Staatskonzernen: Auch wenn sie dann mal was tun, dann tun sie es vor allem sehr, sehr laaangsam, und wenn man überhaupt von geordneten Prozessen sprechen möchte, dann sind diese nicht gerade optimiert.

So bekamen wir ganze drei Technikertermine in Abständen von mehreren Wochen, zu denen natürlich immer jemand daheim sein musste. Wer hier nicht flexibel im Job ist, der verliert so schon mal ein paar Urlaubstage. Selbst die Techniker zeigten Unverständnis über so viel Ineffizienz. Wie die heiligen drei Könige des Digitalzeitalters kamen sie (immerhin pünktlich) und brachten Glasfaserkabel, den Anschlusspunkt Linientechnik (APL) und das Glasfasermodem. Zu jedem der drei Termine wurde jeweils eines davon sauber im Hausanschlussschrank montiert und als direkt nach Montage des Modems ein weißes Kontrolllämpchen den Onlinestatus kennzeichnete, konnte es – endlich – losgehen mit dem Surfen!

Und so sieht das Ganze jetzt aus. Die FRITZ!Box ist noch etwas provisorisch, äh,  montiert. Heißt, sie klemmt hinterm Rohr.

Aus neuen Dosen

Na ja, oder sagen wir, mit dem Einrichten des Routers konnte es zumindest losgehen. Wir haben explizit keinen der von der Telekom angebotenen Speedport-Router gewählt, sondern eine FRITZ!Box 7430 gekauft, die erstens preislich sehr attraktiv ist und zweitens auch an Glasfaseranschlüssen wunderbar funktioniert. Drittens habe ich mit den Speedport-Routern keine guten Erfahrungen gemacht, ein Bollwerk der Sicherheit scheinen sie auch nicht zu sein und zudem kann man in ihren Menüs kaum was konfigurieren. Bei der FRITZ!Box sieht das anders aus. Die Einstellmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen, die Einrichtung ist dennoch kinderleicht (wenn man mal dran denkt, im Konfigurationsmenü die Verwendung eines externen Modems zu bejahen) und so hatten wir schon wenige Minuten später im ganzen Haus wundervolles WLAN.

Im ganzen Haus? Na ja … Das von unbeugsamen Stahlbetondecken durchzogene Häuschen will partout kein anständiges WLAN-Signal in die oberen Etagen vordringen lassen. 50 MBit/s haben wir gebucht (Und die kommen dank Glasfaser auch an!) und im Erdgeschoss kriegen wir die per Funk auch bis ins Wohnzimmer geschleift. Im ersten Obergeschoss sind es mit Hängen und Würgen vielleicht noch knapp 20 MBit/s und im zweiten Obergeschoss teilweise nicht mal mehr ein MBit/s. Die Bonava-Decken sind wahre Wellenbrecher!

Hier helfen übrigens auch keine normalen Repeater, denn die können auch nur das WLAN-Signal verstärken, das bei ihnen ankommt. Wer ein neues Haus baut, dem sei daher dringend angeraten, LAN-Dosen in möglichst allen Räumen vorzusehen. Haben wir seinerzeit glücklicherweise über unsere Sonderwunschliste getan und so konnten wir jetzt ganz bequem das kleine Patchfeld, das Bonava für uns im Hausanschlussbereich installiert hat, mit unserer FRITZ!Box verbinden (siehe Foto). So haben wir nun zumindest per Kabel auch schnelles Internet auf den anderen Etagen. Mittels eines Repeaters mit LAN-Brückenfunktion (heißt, man schließt den WLAN-Repeater per LAN-Kabel an der Netzwerkdose an) lässt sich so auch ein schnelles Funknetz auf den anderen Etagen aufspannen, sodass wir für die Zukunft erst einmal gut gerüstet sind.

Auch für den Fernsehempfang nutzen wir übrigens das Internet. Da wir weder Kabelanschluss noch eine Satellitenschüssel besitzen (letzteres wollten wir auch nicht), haben wir das Entertain-Paket der Telekom gebucht. Über einen tatsächlich sehr hübschen kleinen Receiver, der übrigens per LAN-Kabel angebunden werden muss, bekommen wir nun die regulären Fernsehsender, können das Programm jederzeit stoppen und weiterlaufen lassen und auf Wunsch auch Sendungen aufnehmen.

Fazit … und jetzt?

Was habe ich geschimpft und gezetert über die lange Wartezeit auf unseren Anschluss! Ich habe so oft beim Bauherrenservice der Telekom angerufen, dass ich deren Warteschleifenmusik immer noch problemlos nachpfeifen könnte. Und mehr als einmal war ich mir ganz sicher, dass die Telekom den Auftrag doch noch irgendwie versemmeln würde (unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit sind nicht gerade die besten). Doch mögen die Prozesse auch alles andere als effizient sein, es hat zumindest in unserem Fall alles immer so geklappt, wie von der Telekom geplant und zugesichert. Rückrufe kamen wie versprochen, die Versorgung mit LTE-Überbrückungsdatenvolumen funktionierte tadellos und die immer freundlichen Techniker standen zur jeweils vereinbarten Zeit auf der Matte. Hätte ich mich während der Warterei nicht ständig über die Telekom geärgert, dann hätte alles genauso gut geklappt. In einem Paralleluniversum habe ich daraus wahrscheinlich eine wertvolle Lehre für meine mentale Gesundheit gezogen.

Und nun? Also demnächst wird hier endlich mal eine kleine Bildergalerie unseres neuen Domizils folgen. Und dann steht ja auch schon der Garten auf dem Programm. Es gibt also noch einiges zu berichten und so haben wir uns dazu entschieden, hier noch ein Weilchen weiterzubloggen. Stay tuned! ;)

Welcome Home

So ein Hausbau an sich ist ja ganz schön und lustig (na ja, manchmal), aber so richtig rund wird die Sache erst, wenn man auch eingezogen ist. Um das hinzubekommen, gab es, wie so oft, einiges zu organisieren.

Zuerst einmal stand die Frage im Raum: Selbst all den angesammelten Krempel zusammenpacken und schleppen oder lieber machen lassen? Nun, wenn wir lediglich abgenutzte Uraltmöbel mit der Patina vergangener Jahre gehabt hätten, dann hätte ich wahrscheinlich gesagt, wir packen die Umzugskartons voll, organisieren einen Transporter und fertig ist die Laube. Leider, leider hatten wir uns aber erst knapp anderthalb Jahre vorm Umzug zum Großteil neu eingerichtet – just eine Woche, bevor unser damaliger Vermieter auf der Matte stand und uns verklickerte, dass er die Wohnung ganz gern bald selbst nutzen würde, aber das nur am Rande. Jedenfalls wollten wir die noch recht neuen Möbel natürlich nicht wegschmeißen, schlimmer noch, wir wollten sie auch nicht noch mal aufbauen. Wenn ich allein an den Aufbau des individuell zusammenkonfigurierten Kleiderschranks zurückdenke, kriege ich akut graue Haare. Drum war für uns eigentlich klar: Wir machen das diesmal mit Umzugsunternehmen. Das würde zwar Geld kosten, dafür aber hoffentlich umso weniger Nerven.

Die Kisten wollten wir allerdings selbst packen. Erstens hätte das Packenlassen nur zusätzliche Kosten bedeutet und zweitens wollten wir nicht, dass irgendwer unsere Sockenschubladen aus- und wieder einräumt. Also bestellten wir ein paar Umzugskartons (einen Großteil hatten wir zum Glück von Freunden bekommen) und machten uns eine Woche vorm angepeilten Umzugstermin ans Werk. Dass wir letztlich fürs Verpacken des Inhalts einer Zweizimmerwohnung mehrere Tage beziehungsweise Abende benötigen würden, hätte ich übrigens nicht gedacht. Dabei mussten wir noch nicht mal einen Keller berücksichtigen, weil ein monsunartiger Regenschauer ein halbes Jahr zuvor den kompletten Keller des Wohnhauses unter Wasser gesetzt hatte, sodass wir vorab schon alles entsorgt hatten, was da vor sich hin moderte. Ich kann jedenfalls nur raten: Fangt rechtzeitig mit dem Packen an! Am Ende war das tatsächlich echt viel Arbeit, zumal wir ja auch noch Lampen und Vorhänge abmontieren mussten, ein paar Schrankbefestigungen lösen, alten Hausrat wie nicht mehr verwendbare Töpfe auf die Straße stellen fachgerecht entsorgen und so weiter.

Hero of the Day

Die nächste Frage, die im Raum stand: Welches Umzugsunternehmen sollten wir auswählen? Von denen gibt es hier in Berlin gefühlt drei Komma fünf pro Quadratmeter. Wohnt man in der Innenstadt und öffnet nach Feierabend den Briefkasten, besteht die Gefahr, von einer Lawine an Werbeflyern für Umzugsunternehmen erschlagen zu werden, die irgendwie alle zu sagen scheinen: »Hey, ganz schön teuer geworden, deine Bude, was? Willst du nicht lieber wegziehen?« Stimmt, wollten wir, aber diese Flyer fand ich immer schon etwas unseriös. Also ab ins Internet, wo alles seriös ist und nie jemand lügt! Auf einschlägigen Portalen lassen sich Anfragen an Umzugsfirmen gebündelt stellen. Das ist im Prinzip ganz leicht: Man gibt ein paar Daten ein, schickt das Formular ab, lehnt sich dann gemütlich zurück und wartet auf die Flut von Interessenten.

Die Flut erwies sich in unserem Fall leider schnell als plätschernder Bach. Zwei Firmen meldeten sich und wollten, dass wir eine längere Inventarliste ausfüllten. Ist etwas ätzend, alles zusammenzuschreiben, was man so besitzt, aber hat man das einmal geschafft, geht es beim nächsten Mal leichter. Sehr enttäuscht war ich darüber, dass offenbar niemand Interesse daran hatte, sich besagtes Inventar mal vor Ort anzuschauen. Wahrscheinlich sind Umzüge dermaßen zum Massengeschäft geworden, dass die gemachten Formularangaben so schon passen werden. Aber das Gefühl, als Kunde König zu sein, bekamen wir so nicht, also machte ich mich auf die Suche nach weiteren Unternehmen.

Eines mit – laut Internet – hoher Kundenzufriedenheit schrieb ich direkt an und, siehe da, man wollte persönlich vorbeikommen und sich ein Bild machen. Das gefiel uns schon mal sehr gut. Das Angebot des sehr seriös wirkenden Mitarbeiters vor Ort fanden wir auch in Ordnung, wobei sich alle von uns eingeholten Angebote preislich nicht großartig unterschieden, aber der persönliche Kontakt war eben das Zünglein an der Waage. Also Vertrag plus Termin mit der Firma »GPS Umzüge« abgemacht, und nun hieß es: Am 16. Dezember 2016 um acht Uhr würde der Umzug losgehen. Na da konnte ja nichts mehr schiefgehen …

The Day That Never Comes

Tja, wie sage ich es am elegantesten? Wer schon mal beim Blind Date war, der weiß: So ein Ersteindruck, der kann durchaus trügen. Aber fangen wir mit dem Guten an. Es klingelte am besagten Tag tatsächlich um Punkt acht Uhr an der Tür. Vier kräftige Typen, denen ich unter anderen Umständen nicht die Tür geöffnet hätte, baten um Einlass. Sie stellten sich freundlich vor, wir besprachen kurz, was am Einzugsort wo hin kommen sollte, und dann konnte es auch losgehen. Die Frage »Ach ist das ein Haus?« ließ mich kurz schlucken. Ich hatte im Kontaktformular des Unternehmens durchaus angegeben, dass es sich um ein dreistöckiges Einfamilienhaus handelte, aber gut, in so einem Formular, tja, da kann schon mal was abhanden kommen. War dann glücklicherweise aber kein Problem.

Man hat ja immer so eine Vorstellung, wie schnell so ein Umzugsunternehmen arbeitet. Man denkt sich, dass die ja schon schneller seien als man einen Umzug in Eigenregie wuppen könnte, aber dass es SO schnell gehen würde, wie es dann ging, das hätte ich nicht gedacht. In Windeseile wurden die größten Möbel von den Helfern auseinandergenommen, die nicht ganz so großen zusätzlich verpackt und dann alles mit einem Affenzahn in den großen Transporter verladen. Knapp anderthalb Stunden dauerte die Aktion, dann war die komplette Wohnung leer. Ich musste nur noch durchsaugen, meinen Kram zusammenpacken, abschließen und dann war es das. Good bye, Schöneberg, hello Altglienicke!

Damage Inc.

Als ich am Haus ankam, waren die Umzugshelfer samt Transporter bereits eingetroffen und schleppten fleißig Möbel und Kartons an ihren Bestimmungsort. Glücklicherweise war Jasmin schon morgens vorausgefahren, um die Herren im Haus zu empfangen. Ab hier ging unsere bisherige Zufriedenheit mit der Firma dann allerdings rapide in den nicht vorhandenen Keller. Dass es zumindest bei einem der Helfer sprachliche Barrieren gab, weil er kein einziges Wort Deutsch (oder überhaupt eine Sprache) zu sprechen schien und man ihm so nie sagen konnte, wo etwas hingehörte, das wäre ja kein größeres Problem gewesen.

Leider aber wurde beim Hereintragen der Sachen ziemlich ruppig vorgegangen, hauptsächlich vom selben Mitarbeiter nämlich: Gerade beim Hochtragen von Möbeln ließen die Helfer mitunter wenig Vorsicht walten. Hätten wir uns bei Bonava für das unfassbar teure Malervlies als Wandbelag entschieden, hätten wir das jetzt wohl neu machen können, denn wir hatten hinterher so einige Kratzer und Macken in der Tapete. Wie gut, dass sich so was auf Raufaser mittels Farbe und Pinsel innerhalb weniger Sekunden komplett ausbessern lässt, ohne dass es auffällt. Dasselbe gilt übrigens für grüne Flecken, die das Blattwerk einer größeren Grünpflanze an der Decke hinterlässt, wenn man sie ohne besondere Vorsicht die Treppe hinaufschleift. Die Pflanze ließ sich glücklicherweise nichts anmerken – der unvorsichtige Träger allerdings auch nicht.

Eine bereits im Treppenbereich montierte Wandlampe wäre bei der Aktion beinahe auch noch wieder abgerissen worden. Ja, die Treppe ist eng, und wenn ich das alles selbst gemacht hätte, wären die Schäden sicher größer gewesen, aber von einem professionellen Unternehmen hätten wir einfach mehr Vorsicht erwartet. Hier aber lautete die Devise eindeutig, möglichst schnell fertig zu werden. Auch unsere Möbel trugen zumindest teilweise den einen oder anderen kleineren Schaden davon. Nichts, was ich nicht mittels Holzfarbe einigermaßen ausbessern konnte, aber das hätte eben alles nicht sein müssen.

Irgendwann war glücklicherweise trotzdem alles geschafft, ohne dass das ganze Haus zum Einsturz gebracht worden wäre, und wir waren wirklich froh, als die Firma wieder weg war. Noch einmal würden wir uns für dieses Unternehmen jedenfalls nicht entscheiden, auch wenn unser Umzug damit wirklich schnell und bereits am Mittag abgeschlossen war.

Ride The Light(ning)

Dafür lief alles andere erfreulich erfolgreich ab. Die Küchenbauer waren am Umzugstag immer noch (und deutlich professioneller als die Umzugsfirma) zugange und schlossen die Arbeiten an unserer Küche zu unserer Zufriedenheit ab.
Vor allem aber schafften wir es durch tatkräftige Unterstützung aus Jasmins Familie, die extra den weiten Weg nach Berlin angereist war, noch am selben Tag Licht ins Haus zu bringen. Wir hatten bereits im Vorfeld fast alle benötigten Lampen gekauft, um nicht mit Baulicht leben zu müssen. Einen Teil der Lampen nahmen wir aus der alten Wohnung mit, ansonsten wurden wir bei Ikea und in Baumärkten fündig. Besonders schön finden wir die beiden Lampen, die wir für die Außenbeleuchtung gekauft haben: kupferfarbene Laternen mit Regenglaseffekt, die aussehen, als hätten wir sie aus einem alten Leuchtturm geklaut. Spezielle LED-Birnen, die wie alte Glühbirnen aussehen und warmes, gedämpftes Licht auf die Terrassen werfen, sollen irgendwann einmal nette Abende im Außenbereich ermöglichen.

img_2786

Bis zum Abend waren jedenfalls – abgesehen von der Spiegelbeleuchtung im Badezimmer, bei der wir uns noch nicht für eine Lampe entschieden hatten – alle Leuchten montiert und funktionsfähig. Selbst die Lampe im zweiten Obergeschoss, die auf vier Metern Höhe unterm Dach aufgehängt werden musste, kam dank mitgebrachter Riesenleiter an ihren Platz. Und auch die Außenbeleuchtung hing, hängt noch immer und funktioniert einwandfrei, jedenfalls nachdem wir eine der zwei Glühbirnen im Baumarkt wieder umtauschen durften. Denn natürlich hatten wir aus einer großen Kiste voller Leuchtmittel genau das eine Exemplar gegriffen, das nicht leuchten wollte. ;)

Aber nicht nur die Lampen, sondern auch unsere beiden Waschtische in Bad und Gäste-WC waren dank Jasmins Vater bis zum Abend angebaut – Waschbecken und funktionierende Wasserhähne inklusive.

Enter Sandman

Nachdem alle Helfer sich in den Feierabend bzw. nach Hause verabschiedet hatten, konnten wir uns endlich ein wenig entspannen. Zumindest ich hatte durch den langen und sehr stressigen Tag ziemliche Kopfschmerzen, dafür aber standen unsere Möbel, wir hatten überall Licht und konnten auch die Badezimmer bereits komplett verwenden (abgesehen von der Dusche, für die wir bis heute noch keine Kabine gekauft haben).

Relativ früh machte sich Müdigkeit breit und so wartete dann auch endlich die erste Nacht im neuen, schon recht gemütlichen Schlafzimmer unseres neuen Hauses – ein irgendwie befremdliches Gefühl, das ich so bisher von keinem Umzug kannte, aber eben auch ein sehr, sehr schönes.

Derweil ich dies schreibe, bastelt die Telekom im Flur an unserem Anschlusspunkt, sodass wir hoffentlich demnächst die eine oder andere Fotogalerie folgen lassen können.

Kitchen Stories

Fast ein Monat ist ins Land gezogen seit unserem Einzug. Bevor der Schleier des Vergessens sich gemütlich auf die Erinnerung an die stressige Umzugswoche fläzt, soll doch unbedingt noch davon berichtet werden, was sonst so geschah. Ausstehend sind der Küchenaufbau und natürlich der Umzug an sich. Weil ich vorm Schreiben ganz gern eine Tasse Kaffee aus der Küche hole, fangen wir mit selbiger an.

Planung vs. Realität – mal wieder …

Laut Bonava dürfen die Küchenbauer normalerweise erst ins Haus, nachdem die Übergabe erfolgt ist. Da bei uns am Ende alles kreuz und quer lief und unsere Planung letztlich verknäuelter wirkte als eine einst sorgfältig zusammengelegte Lichterkette, die man nach einem Jahr aus der Schublade zieht, war es halt umgekehrt: Bevor auch nur irgendwas übergeben war, wurden im Haus schon fleißig Küchenschränke aufgebaut,  Arbeitsplattenteile geschleppt und Bretter zurechtgesägt, als würden morgen der Welt die Sägen ausgehen.

Aber fangen wir doch vorn an: Am 15. Dezember fanden wir uns pünktlich morgens um 7 Uhr vor unserem künftigen Haus ein und warteten brav auf unsere Ikea-Küche und auf die armen Schweine, die sie hoffentlich zusammenbauen würden. Und so warteten wir eben. Und warteten … und warteten … und warteten.

Zwischenzeitlich schlenderte der Polier vorbei, guckte uns verdutzt an und fragte nur: »Na, noch keine Küche da?« Nein, es war leider noch keine Küche da. Dafür war es so richtig bitterkalt, sodass wir erst mal in die nahe Bäckerei flüchteten, um uns mit Gebäck und Heißgetränk vor dem Kältetod zu bewahren.

Knapp anderthalb Stunden nach der vereinbarten Lieferzeit waren dann immerhin die Küchenbauer da,  juhu! Gut, andersherum wäre es besser gewesen, aber wir waren ja schon dran gewöhnt, dass alles verkehrtherum lief. So standen wir nun alle gemeinsam untätig vor dem Haus.

Wenig später hielt dann tatsächlich der Transporter vor der Tür und die fleißigen Spediteure begannen, eine Fantastillion Kartons auszuladen. Wer schon mal ein Möbelstück bei Ikea gekauft hat, weiß, dass man eigentlich gar nichts vormontiert bekommt, und da zeigt das schwedische Einrichtungshaus auch bei Küchen keine Gnade: Jeder einzelne Unterschrank kommt in Form von Einzelbrettern daher und ich würde glatt wetten, dass auch der eine oder andere Inbusschlüssel beilag, um die Dinger mittels Kurbelei zusammenzubasteln. Kompliment an die Spediteure: Während wir uns mit einem künftigen Nachbarn unterhielten, der zufällig vorbeikam, hatten sie die komplette Küche nach gerade mal knapp einer Viertelstunde ausgeladen und ins Haus geschleppt. Wahnsinn!

Ganz nett war dabei übrigens die Arbeitsteilung der drei polnischen Spediteure: Zwei waren fürs Schleppen der Ware zuständig, der dritte sprach Deutsch und übernahm das Reden. ;)

Wer will fleißige Handwerker seh’n?

Parallel zur Bezahlung der Lieferung konnte dann auch schon der Aufbau beginnen. Auf Anraten Bonavas bat ich die Küchenmonteure vorab noch, bitte nicht im Haus zu sägen, worauf diese mich anschauten, als hätte ich ihnen gesagt, sie sollten doch bitte auf dem Mars ihr Werk verrichten. Och, sie würden das doch immer so machen und hinterher ja auch noch mal durchsaugen, meinten sie nur. Na dann … So viel jedenfalls dazu. Bonava sollte sich später am Tage zur Übergabe darüber freuen, dass das Erdgeschoss wohlige Sägewerkatmosphäre versprühte.

Aber gut, erschöpft und müde vom Warten in der sibirischen Kälte, dem frühen Aufstehen überhaupt und allem, was einem an solchen Tagen durch den Kopf geht, machten wir uns erst einmal wieder auf die steifgefrorenen Socken, um uns in unserer  Noch-Wohnung aufzuwärmen (bei kuscheligen 19 Grad dank schlecht funktionierender Heizung) und die eine oder andere Mütze Schlaf nachzuholen. Um 15 Uhr sollte es schließlich mit der Übergabe des Hauses weitergehen, über die wir ja bereits im letzten Post berichtet haben.

Die Küchenmonteure ackerten den Tag über fleißig vor sich hin und das würden sie auch am nächsten Tag noch tun. Wussten wir aber bereits, schließlich wurden wir schon frühmorgens von den Monteuren mit »Ach, Sie sind die mit der Zweitagesküche« begrüßt.

Immerhin: Wenn man den drei Herren eine Weile beim Ackern zuschaute, wurde man bestens unterhalten. Der Küchenaufbau hätte auch gut und gern als Kabarettprogramm durchgehen können: Aus dem mitgebrachten Baustellenradio lief laut Musik, die vom »Chefmonteur« ebenso laut und mit absichtlich falschen Texten mitgesungen wurde, wenn er nicht gerade darüber wetterte, was ihm an Ikea-Küchen und überhaupt an allem, was man sich vorstellen kann, nicht gefällt. Sein Kollege breitete derweil lang und breit seine Verwandtschaftsverhältnisse aus und auf die Anekdote, dass seine Stiefgroßmutter (oder wer auch immer) reich war und quasi den Hertha BSC besaß, wurde er gefragt, ob er nicht zufällig auch noch mit Uli Hoeneß verwandt sei. Garniert wurden die Unterhaltungen von allerhand strickjackigem Männerhumor und ständigen Einwürfen darüber, dass jetzt aber irgendein Teil fehlte, irgendwas falsch gemessen war oder sonst wie nicht zusammenpasste. Meine ohnehin bereits überstrapazierten Nerven waren so natürlich stets kurz vorm Zerreißen.

Aber wenn mal was nicht ging, wurde eben improvisiert, bis es doch ging, und so wuchs nach und nach eine Küche, die zum Schluss ziemlich genau so aussah wie die 3D-Grafik, die wir in vielen Iterationen mit dem eigenwilligen Ikea-Küchenplaner zusammengebastelt hatten – als wäre man in ein Computerspiel hineingehüpft. Ein seltsames, aber auch sehr schönes Gefühl, als wir dann zum ersten Mal in der komplett fertigen Küche standen und die vielen Schränke und Geräte live erkunden konnten.

Schraubst du noch oder wohnst du schon?

Zwar sind noch einige Baustellen vorhanden – so müssen wir die Fensterbank leider noch selbst verkleiden, weil Ikea keine adäquate Lösung dafür parat hatte, und auch ein Wandpanel, das die Wand hinterm Herd bis zu unserer Tresenlösung verdeckt, fehlt noch aus denselben Gründen –, aber davon abgesehen sind wir bisher mit dem Ergebnis unserer Planung wahnsinnig zufrieden. Alle Schränke sind entweder komplett mit Schubladen bestückt oder ausziehbar, sodass wir nirgends hineinkriechen müssen – der in ferner Zukunft mal schmerzende Rücken wird’s uns hoffentlich danken. Auch der Landhausstil entspricht voll und ganz dem, was wir uns vorgestellt hatten, und mit den Elektrogeräten (vor allem dem Induktionsherd) hatten wir schon viel Freude (unsere Katze eher weniger, denn je nach Ausrichtung der Töpfe entstehen schon mal hochfrequente, für uns Menschen kaum wahrnehmbare Pfeiftöne, die sie ganz schnell das Weite suchen lassen). Kochsessions machen jetzt jedenfalls tausendmal mehr Spaß als je zuvor und so soll es in der eigenen Traumküche ja schließlich auch sein.

Last but not least noch ein paar Fotos. Hier sind wir dieses Mal in Sachen Datenvolumen lieber etwas sparsam, denn noch haben wir kein stationäres Internet und bis dahin gilt frei nach Monty Python: Every byte is sacred. Every byte is great. If a byte is wasted, God gets quite irate.