Wir! Sind! Online!

Wir sind wieder da. Also weg waren wir ja nie, aber nun sind wir auch wieder online – genauer gesagt eigentlich schon seit knapp zwei Wochen. Wirkte die internetfreie Zeit die ersten Tage nach Einzug noch irgendwie erfrischend, weil mal nicht ständig Informationen auf uns einprasselten, war es nach einigen Wochen dann doch eine ganz schöne Tortur. Jasmin und ich arbeiten hin und wieder von zu Hause aus und das lässt sich ohne Internet eben schwer bis gar nicht bewerkstelligen. Ganz abgesehen davon, dass es ohne Verbindung ins Datennetz heutzutage schwierig ist, wichtige Dinge zu erledigen, beispielsweise Netflix-Serien zu gucken, Strom- und Gasanbieter zu vergleichen und zu beauftragen, die Müllentsorgung anzumelden und sämtliche sonst so nur noch online bereitgestellten Formulare auszufüllen. Das digitale Zeitalter hat eben doch inzwischen vollständig Einzug in die Gesellschaft gehalten. Erst wenn man mal länger vom Netz abgenabelt ist, merkt man das so richtig.

Beim Bauherrenservice der Deutschen Telekom, der für die Organisation neuer Hausanschlüsse in Deutschland zuständig ist, hatte man zumindest im direkten Telefonkontakt Verständnis für unsere missliche Lage. Klar, die kriegen da sicher viel Ärger ab, schließlich wird es vielen Häuslebauern so gehen, die hierzulande auf ihren Anschluss warten. Entsprechend haben die Mitarbeiter vermutlich eine Art Telefonseelsorgerschulung durchlaufen. Auf Nachfrage zum Auftragsstatus stellte uns eine freundliche Mitarbeiterin daher bereits Ende Dezember, also kurz nach dem Umzug, freundlicherweise kostenfrei einen Surfstick mit LTE-Datenvolumen bereit. YouTube gucken war damit zwar nicht drin, aber die täglichen Notwendigkeiten ließen sich so ganz gut erledigen, während wir weiter darauf warteten, dass sich in Sachen Hausanschluss was tat.

Gold, Weihrauch & Myrrhe

Die Warterei zog sich ordentlich hin, denn die Telekom begann erst nach unserem Einzug und auf mehrfaches Nachhaken unsererseits (und unserer Nachbarn) damit, überhaupt irgendwas zu tun. Unverständlich, denn den von uns herbeigesehnten Glasfaseranschluss hatten wir schließlich bereits im August 2016 beauftragt.

Und wie das so ist mit ehemaligen Staatskonzernen: Auch wenn sie dann mal was tun, dann tun sie es vor allem sehr, sehr laaangsam, und wenn man überhaupt von geordneten Prozessen sprechen möchte, dann sind diese nicht gerade optimiert.

So bekamen wir ganze drei Technikertermine in Abständen von mehreren Wochen, zu denen natürlich immer jemand daheim sein musste. Wer hier nicht flexibel im Job ist, der verliert so schon mal ein paar Urlaubstage. Selbst die Techniker zeigten Unverständnis über so viel Ineffizienz. Wie die heiligen drei Könige des Digitalzeitalters kamen sie (immerhin pünktlich) und brachten Glasfaserkabel, den Anschlusspunkt Linientechnik (APL) und das Glasfasermodem. Zu jedem der drei Termine wurde jeweils eines davon sauber im Hausanschlussschrank montiert und als direkt nach Montage des Modems ein weißes Kontrolllämpchen den Onlinestatus kennzeichnete, konnte es – endlich – losgehen mit dem Surfen!

Und so sieht das Ganze jetzt aus. Die FRITZ!Box ist noch etwas provisorisch, äh,  montiert. Heißt, sie klemmt hinterm Rohr.

Aus neuen Dosen

Na ja, oder sagen wir, mit dem Einrichten des Routers konnte es zumindest losgehen. Wir haben explizit keinen der von der Telekom angebotenen Speedport-Router gewählt, sondern eine FRITZ!Box 7430 gekauft, die erstens preislich sehr attraktiv ist und zweitens auch an Glasfaseranschlüssen wunderbar funktioniert. Drittens habe ich mit den Speedport-Routern keine guten Erfahrungen gemacht, ein Bollwerk der Sicherheit scheinen sie auch nicht zu sein und zudem kann man in ihren Menüs kaum was konfigurieren. Bei der FRITZ!Box sieht das anders aus. Die Einstellmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen, die Einrichtung ist dennoch kinderleicht (wenn man mal dran denkt, im Konfigurationsmenü die Verwendung eines externen Modems zu bejahen) und so hatten wir schon wenige Minuten später im ganzen Haus wundervolles WLAN.

Im ganzen Haus? Na ja … Das von unbeugsamen Stahlbetondecken durchzogene Häuschen will partout kein anständiges WLAN-Signal in die oberen Etagen vordringen lassen. 50 MBit/s haben wir gebucht (Und die kommen dank Glasfaser auch an!) und im Erdgeschoss kriegen wir die per Funk auch bis ins Wohnzimmer geschleift. Im ersten Obergeschoss sind es mit Hängen und Würgen vielleicht noch knapp 20 MBit/s und im zweiten Obergeschoss teilweise nicht mal mehr ein MBit/s. Die Bonava-Decken sind wahre Wellenbrecher!

Hier helfen übrigens auch keine normalen Repeater, denn die können auch nur das WLAN-Signal verstärken, das bei ihnen ankommt. Wer ein neues Haus baut, dem sei daher dringend angeraten, LAN-Dosen in möglichst allen Räumen vorzusehen. Haben wir seinerzeit glücklicherweise über unsere Sonderwunschliste getan und so konnten wir jetzt ganz bequem das kleine Patchfeld, das Bonava für uns im Hausanschlussbereich installiert hat, mit unserer FRITZ!Box verbinden (siehe Foto). So haben wir nun zumindest per Kabel auch schnelles Internet auf den anderen Etagen. Mittels eines Repeaters mit LAN-Brückenfunktion (heißt, man schließt den WLAN-Repeater per LAN-Kabel an der Netzwerkdose an) lässt sich so auch ein schnelles Funknetz auf den anderen Etagen aufspannen, sodass wir für die Zukunft erst einmal gut gerüstet sind.

Auch für den Fernsehempfang nutzen wir übrigens das Internet. Da wir weder Kabelanschluss noch eine Satellitenschüssel besitzen (letzteres wollten wir auch nicht), haben wir das Entertain-Paket der Telekom gebucht. Über einen tatsächlich sehr hübschen kleinen Receiver, der übrigens per LAN-Kabel angebunden werden muss, bekommen wir nun die regulären Fernsehsender, können das Programm jederzeit stoppen und weiterlaufen lassen und auf Wunsch auch Sendungen aufnehmen.

Fazit … und jetzt?

Was habe ich geschimpft und gezetert über die lange Wartezeit auf unseren Anschluss! Ich habe so oft beim Bauherrenservice der Telekom angerufen, dass ich deren Warteschleifenmusik immer noch problemlos nachpfeifen könnte. Und mehr als einmal war ich mir ganz sicher, dass die Telekom den Auftrag doch noch irgendwie versemmeln würde (unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit sind nicht gerade die besten). Doch mögen die Prozesse auch alles andere als effizient sein, es hat zumindest in unserem Fall alles immer so geklappt, wie von der Telekom geplant und zugesichert. Rückrufe kamen wie versprochen, die Versorgung mit LTE-Überbrückungsdatenvolumen funktionierte tadellos und die immer freundlichen Techniker standen zur jeweils vereinbarten Zeit auf der Matte. Hätte ich mich während der Warterei nicht ständig über die Telekom geärgert, dann hätte alles genauso gut geklappt. In einem Paralleluniversum habe ich daraus wahrscheinlich eine wertvolle Lehre für meine mentale Gesundheit gezogen.

Und nun? Also demnächst wird hier endlich mal eine kleine Bildergalerie unseres neuen Domizils folgen. Und dann steht ja auch schon der Garten auf dem Programm. Es gibt also noch einiges zu berichten und so haben wir uns dazu entschieden, hier noch ein Weilchen weiterzubloggen. Stay tuned! ;)

Advertisements

8 Gedanken zu “Wir! Sind! Online!

  1. LOL! Dasselbe hatten wir auch. Das Problem ist, dass Deine Antragsformulare von externen Firmen eingescannt und in das System der Telekom eingepflegt werden. Und weil dort die Anträge aus ganz Deutschland eintrudeln, landest Du auf einem großen Haufen und bist dann irgendwann mal dran. Falls die Unterlagen – so wie bei uns – nicht verloren gehen und erneut eingereicht werden müssen. Die eigentliche Ausführung des Anschlusses macht dann auch nicht die Telekom, sondern eine andere externe Firma, die ebenfalls a) erstmal Termine frei haben muss und b) auch einiges bei der Auftragserteilung missverstehen kann („Ach, ein Telefonkabel liegt bereits? Sie brauchen wirklich nur die APL? Das war uns von der Telekom aber anders mitgeteilt worden…“). Mein Fazit: ich hätte mir lieber eine LTE-Kiste mit Außenantenne von einem Mobilfunkanbieter geholt. Immerhin hatte uns die Telekom als Entschuldigung für die lange Wartezeit (3 Monate!) einen kostenlosen Surfstick zur Verfügung gestellt, bis unsere APL endlich angeschlossen und freigeschaltet worden war.

    • Hallo Sascha,

      genau das hat die Telekom und auch so gesagt, dass halt alles über externe Firmen läuft. Man sei aber bemüht, hier die Prozesse zu verbessern. Na ja, wer’s glaubt … Aber nötig wäre es echt. Bei uns hat das zwar alles prima geklappt, so im Nachhinein, bei anderen aber so gar nicht. Manche wohnen länger als wir in ihrem Haus und haben noch nicht mal einen Schalttermin. Da wären wir dann bei den von dir genannten Missverständnissen. Unterlagen kommen zurück, nicht an, etc., es wird behauptet, man sei von verlegtem Kupferkabel ausgegangen usw. Kein Wunder, dass der Glasfaserausbau so schnarchig vorangeht.

      Viele Grüße
      Thomas

  2. Mae govannen, Thomas.
    Um bei Deiner – erneut trefflichen – Analogie zu bleiben, schlugen seiner Zeit die drei Gaben-Könige immerhin gemeinsam (!) im Ort des Geschehens auf. Gut nur, daß jeder der Techniker seinen Satz Schrauben bereits mit sich führte…schließlich ließe sich ein einziger Arbeitsgang auch noch in weitere Elementarteilchen aufspalten.
    Wird einem sowas eigentlich im BWL-Studium beigebracht!? 🙂
    Bleibt den zig Mio Neukunden der Ma-Ma in den Staaten nur eine deutlich bessere Dienstleistung zu wünschen…

    Bei Eurer Lösung für das Etagen-Problem könnte einem glatt in den Sinn kommen, daß es ein „WLan-Kabel“ tatsächlich geben muß. 😎

    Abgesehen jetzt von arte oder den Digi-Kanälen der ARD/ZDF-Sender ist TV inzwischen im Keller meiner Interessen angekommen. Bei den Net-Kanälen diverser angelsächsischer Film-Re-&-Previewer bin ich innerhalb meiner fanischen Vorlieben bessser & unterhaltsamer aufgehoben. Who cares about TV…

    Stimmt – wenn man/frau alle Wartezeiten & Ineffizienzen herausrechnet, hat die Ma-Ma Leistungen erbracht. Irgendwie!
    Glücklicherweise baut der Konzern aber auch keine Häuser…

    Cineastisch!
    Habe ich ‚Logan‘ & ‚Get Out‘ & ‚Before I Fall‘ schon anempfohlen!?

    Frühling is coming…

    bonté

    • Hallo RoM,

      stimmt, die Könige kamen zusammen. So viel weiß ich sogar als Atheist ohne jeglichen Bezug zur Thematik. Hätte man hier natürlich auch noch prima Bezug drauf nehmen können. Die waren nämlich offenbar vor zweitausend Jahren besser organisiert als der Bonner Telefonriese. :D

      Ich denke schon, dass man so was im BWL-Studium lernt. Hauptsache, unterm Strich wurde optimiert und der Bonus stimmt. Ob dem Kunden bei so vielen Technikerterminen erst der Urlaub aus- und dann der Hut hochgeht, ist wohl sekundär.

      Tatsächlich gucken wir jetzt auch wieder weniger Fernsehen. Erstens gibt das Internet mehr Unterhaltung her und zweitens wäre da ja noch Netflix, wenn es denn der Bildschirm zur Unterhaltung sein soll.

      Viele Grüße
      Thomas

      PS: Ich glaub, bei »Logan« bin ich raus. Das Franchise wurde mir nach Teil 2 der ursprünglichen Filmreihe irgendwie etwas zu inflationär behandelt. Sollte man das nachholen? Zu den anderen beiden werde ich mir in der Mittagspause die Trailer mal anschauen. Da fällt mir auch einer ein: Schon den Trailer zu »Valerian« gesehen? Ich bekomme von meinem Chef gerade regelmäßig die zugehörigen Comics und die sind wirklich großartig, vor allem im Kontext ihrer zeitlichen Entstehung betrachtet.

      Viele Grüße
      Thomas

      • …es ist immer wieder ein harter Aufschlag, wenn reine Theoretiker mit der Unbill von Realität konfrontiert sind. „Outsourcing“ dürfte ja auch einst auf geduldigen Blättern gut ausgesehen haben – solange alle Negativa ausgeklammert bleiben!
        Am anderen Ende überfuttern sich die Konzerne an aufgekauften Firmen…erinnert ein wenig an rechte Tasche, linke Tasche. Was eben sinnfreies für Boni so gemacht wird. 😶

        ‚Logan‘ hat mit den Wolverine-Streifen so wenig zu tun, daß er als eigenständiger Film funktioniert; die Macher erhielten freie Hand. Das Resultat ist ‚The Dark Knight‘-Liga – um nicht zu sagen, weit düsterer.
        Der einzige reguläre X-Men, der mir – auch wegen seines Sixties-Flair – sehenswert bleibt, ist Matthew Vaughns ‚First Class‘.

        Luc Bessons ‚Valerian‘ ist bereits auf dem Radar; es wird ja kolportiert, daß der Franzose damals ‚The 5th Element‘ einzig drehte, weil er nicht die Rechte an „Valerian & Laureline“ hatte (ätzend ein wenig, daß der Filmtitel einseitig fixiert wurde!).
        Bleibt mir zu hoffen, daß der Film zwar für den internationalen Markt konzipiert ist, deswegen aber nicht die Eigenheiten der Vorlage hollywoodisiert.
        Der für den Monat angekündigte zweite Trailer sollte weitere Einblicke geben.

        Der ‚The Last Jedi‘-Teaser sollte dann nicht mehr fern sein… 😁

        bonté

      • Hab schon gesehen, dass »Logan« durchweg fast nur gute Presse bekommen hat. Hmm, vielleicht wär’s doch mal einen Blick wert. Sobald ich mal den Stau an nicht gesehenen Filmen abgearbeitet habe, die ich mangels Kino in der Umgebung nun irgendwie verpasst habe. Bevor dann der »The Last Jedi«-Trailer kommt, hoffe ich mal, zumindest »Rogue One« irgendwo online leihen zu können. Wobei man das ja jeweils auch gut durcheinander anschauen kann.

        Ah, ich sehe, du kennst die Comic-Reihe. Mir war sie gänzlich unbekannt, bis sie mir empfohlen und ich dann auch sogleich mit den Sammelbänden versorgt wurde. Anfangs etwas seicht, aber so zur Mitte hin werden die Geschichten richtig gut und auch zunehmend komplex, was mir besonders gefällt. Weshalb man im Filmtitel die weibliche Hälfte ausgespart hat, erschließt sich mir auch nicht. Heißt’s vielleicht im Original auch nur »Valerian«? Den Darsteller empfinde ich bis jetzt übrigens als schlecht gewählt, aber der Trailer macht trotzdem einiges her. Na schauen wir mal …

        Viele Grüße
        Thomas

      • …vermutlich war den Verantwortlichen ein ‚Valerian & Laureline‘-Titel nicht eindeutig genug (Achtung Liebesfilm!); im Grunde ist das Pärchen bei den Angelschsen ja eher unbekannt. Netterweise hat die deutschsprachige Version der Comics ja aus Laureline eine Veronique fabriziert.
        Mein cineastisches Auge ruht bereits auf Madame Cara Delevingne. 🙂

        ‚Rogue One‘ wäre ab Morgen digital verfügbar (s. Link in der Mail von Gestern).

        bonté

      • Hm, das kann gut sein, dass man den Eindruck, es handle sich um einen Liebesfilm, vermeiden wollte. Trotzdem irgendwie blöd, ist Veronique/Laureline (weshalb man auch immer hier den Namen geändert haben mag, vom für uns schöneren Klang in Verbindung mit Valerian mal abgesehen) doch genauso wichtig wie ihr männlicher Begleiter. Aber gut, die „Marketingexperten“ werden schon wissen, weshalb. ;)

        Oha, dann müsste ich den Film ja inzwischen in den Online-Videotheken finden. Hm, das wäre doch was fürs Wochenende. :)

        Viele Grüße
        Thomas

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.