Die Übergabe, oder: The Good, the Bad and the Ugly

Na nu? Wo ist denn die Zeit geblieben? Die Weihnachtsfeiertage sind bereits vergangen und wir wohnen inzwischen seit knapp zwei Wochen im neuen Haus. Es wird also höchste Zeit, unser kleines, feines Baublog auf den neuesten Stand zu bringen. Um hier keinen Tausendseiter zu verfassen, haben wir uns entschieden, alles, was es seit Übergabe und Einzug zu berichten gibt, über mehrere Beiträge zu verteilen. Im ersten soll es allein um die Übergabe gehen.

Diese war – wir erinnern uns – vom 13. auf den 15 Dezember verlegt worden, weil Bonava nicht rechtzeitig fertig geworden war. Umso mehr hofften wir nun, endlich unsere Schlüssel und ein hoffentlich fertiges Haus entgegennehmen zu können. Nach der missglückten Vorbegehung war unsere Freude zwar gedämpft, aber Aufregung machte sich dann doch noch breit.

The Good

Um Punkt 15 Uhr war dann auch bereits unser Gutachter vor Ort. Ein wenig Smalltalk später kamen auch der Projektleiter, der Bauleiter, der Polier sowie der, öhm, Polierlehrling (wie auch immer sich das im Fachjargon nennen mag) hinzu, und diesmal gab es dann eben doch zum Glück kein Herumgedruckse, diesmal sollte das Haus tatsächlich übergeben werden.

Das Gute zuerst: Es war wirklich alles fertig. Das richtige Laminat wurde nachträglich verlegt, die Badarmaturen waren verbaut und auch sonst schienen während des Durchgehens keine größeren Baustellen mehr offen zu sein. Die Laminat- und Fliesenböden sowie auch die Wandfliesen gefielen uns direkt sehr gut. Einige Unschönheiten an der Tapete wurden vom Polierlehrling mit dem stets paraten Farbpinsel sofort korrigiert und als unser Gutachter im Gäste-WC eine ziemlich spitze Ecke an den metallenen Fliesenprofilen entdeckte, wurde auch diese vom Polier sofort rundgeschliffen, der zufällig noch ein Stück Schleifpapier in seiner Hosentasche fand. Auch eine leicht lockere Sockelleiste im Dachgeschoss wurde sogleich noch mal richtig befestigt und sitzt seitdem bombenfest.

The Bad

Ganz nachträglich mängelfrei ging die Übergabe dann aber doch nicht vonstatten: Zwei Terrassentüren ließen sich recht schwer öffnen, was allerdings bereits einen Tag später korrigiert wurde. Zudem wurde an der Zarge zum Heizungsraum ein wenig geschludert: Die Zarge selbst ragt über die Fliesensockelleiste hinaus und steht deswegen von der Wand ab, was allerdings erst nach Neujahr korrigiert werden soll. Mir selbst fiel auf, dass die Außenzapfstelle auf der Dachterrasse etwas arg schräg geraten ist und auch hier soll im neuen Jahr noch mal geschaut werden, ob nachgebessert werden kann.

Sehr amüsiert waren wir, als wir die Spartasten der WCs testeten und Sekunden zählten, nachdem wir von Nachbarn gehört hatten, dass die Tasten in deren Haus nicht korrekt funktionierten. Der Projektleiter fragte grinsend, ob wir uns in der Community informiert hätten. Scheinbar weiß Bonava also inzwischen auch, dass es ein Bauforum zum Projekt oder zumindest einen regen Austausch zwischen den Käufern gibt. Dass wir diejenigen sind, die dieses Forum eröffnet haben, ließen wir besser mal unerwähnt. :D

The Ugly

Ein wirklich übler Mangel fiel mir leider erst ein paar Tage später auf, allerdings gilt dieses Problem ganz sicher nicht als abgenommen, nur weil wir es nicht direkt bemerkten. Und zwar fehlt in unserer Küche ein Raumtemperaturregler. Ich kam nur deswegen darauf, weil ich bei unseren Nachbarn sehen konnte, dass die Küche überhaupt einen solchen Regler haben soll. Der Regler für unser Wohnzimmer ist nämlich direkt zwischen Wohnzimmer und offener Küche platziert, sodass der Eindruck entsteht, man könne damit die Heizung für beide Räume regulieren. Ist aber wohl nicht so gewollt, jedenfalls hat unsere Küche stets einen kalten Fußboden. Laut Projektleiter, den ich direkt anrief, hätte der Regler schlicht vergessen worden sein können, aber soweit ich das inzwischen noch näher untersuchen konnte, sieht die Sache sogar schlimmer aus: Es ist nicht einmal das Kabel gelegt worden, ja, laut Elektroplanung war zumindest bei uns noch nicht einmal ein Raumtemperaturregler für die Küche vorgesehen. Weshalb auch immer, jedenfalls haben wir jetzt ein Problem und sind auf Bonavas Lösung nach Neujahr mehr als nur gespannt. Auch dieses unschöne »Problemchen« wird wohl einen eigenen Beitrag wert sein.

Und die Schlüssel für eine Handvoll Cent (weniger)

Doch zurück zur Übergabe: Diese endete schließlich im Kinderzimmer, das in unserem Fall mangels Kinder zur Bibliothek avanciert (offiziell nennen wir es Gästezimmer). Der Projektleiter ging alle notwendigen Unterlagen noch mal durch, übergab uns einen dicken Ordner mit Informationen zum Haus, dann wurde die Mängelliste von uns unterschrieben. Am Ende gab es neben dem freundlichen Händedruck aller Beteiligten nicht nur die Schlüssel – die wir übrigens bekamen, obwohl wir offenbar 60 Cent zu wenig überwiesen hatten, was ich allerdings als Mann von Welt sofort mittels prall gefüllter Geldbörse hätte ausgleichen können und nebenbei die Bank beschuldigte –, sondern auch noch eine Flasche Sekt  (glaube ich, da sich mein Französisch auf »merde« beschränkt und wir die Flasche noch immer nicht geöffnet haben) samt Gläser und einiger hübscher Postkarten, um Freunde und Verwandte über den Umzug zu informieren.

img_2670

Nach dem offiziellen Teil blieben wir zu zweit noch etwas im leereren Haus und versuchten, die Situation erst einmal zu begreifen. So richtig wollte das allerdings nicht gelingen, sodass wir dann dazu übergingen, die kahlen Räume notdürftig zu »swiffern«, um am kommenden Tag den Einzug nicht auf allzu dreckigem Fußboden bewerkstelligen zu müssen. Warum das nicht allzu viel brachte und alles weitere soll dann in den nächsten Beiträgen Thema sein.

Advertisements

15 Gedanken zu “Die Übergabe, oder: The Good, the Bad and the Ugly

  1. Moin ihr beiden,

    Glückwunsch zum Einzug! In der Elektroplanung (der rohe Standardplan) ist tatsächlich nur 1 Rtr an genau der Stelle eingezeichnet. Wir haben ja die Küche zu und daher einen zusätzlichen. Allerdings wurde der offenbar nicht berechnet. Für den abgetrennten Raum im DG haben wir einen zusätzlichen Rtr bezahlt.

    Macht das in einem großen Raum überhaupt sinn?

    Lg
    Tobi

    • Hallo Tobi,

      besten Dank. Inzwischen haben wir auch rausgefunden, dass nicht wir die Sonderlösung haben, sondern unsere Nachbarn. Da liegt es wohl am Kamin. Komischerweise bleibt trotzdem die Küche kalt, also gehe ich mal davon aus, dass sie irgendwas vergessen haben anzuschließen. Meinem Verständnis nach dürfte das dann aber wohl im Heizkreisverteilerkasten zu lösen sein. Zumindest hoffe ich das. :D

      Viele Grüße
      Thomas

  2. Hallo, bei uns ist auch nur ein rtr für Küche und Wohnzimmer. (es werden beide Bereiche warm) uns wurde gesagt das es bei uns daran liegt weil wir durchgehend Laminat haben und keine Fliesen in der Küche. Ist das bei euch auch so?
    Gruß Oliver

    • Hallo Oliver,

      vielen Dank auch für die Info. Wie schon bei Tobi kommentiert, jetzt ergibt sich langsam ein Bild. Ich hätte mich sowieso gewundert, weshalb in der Küche ein extra RTR hätte sein sollen, denn wir haben eben auch Laminat und das Ding fürs Wohnzimmer hängt eh direkt neben der Küche. Aber bei uns bleibt die Küche halt weitestgehend kalt, insofern scheinen sie da wirklich was nicht angeschlossen zu haben oder es stimmt was anderes nicht. Ich denke, im Januar wird sich das Rätsel lösen.

      Viele Grüße
      Thomas

  3. Hey Thomas, ob das Ventil öffnet, kannst Du sogar selbst leicht prüfen:

    Die roten stäbe oben mit der skala zeigen den durchfluss an. Also heizkreisverteiler klappe auf (mit dem blauen vierkant am ncc schlüsselbund), rtr bei der küche soweit drehen dass er angeht und dann die roten stäbe beobachten, nach 30sek -2 min sollten die sich verändern. Welches wofür ist, steht drauf…

    Lg
    Tobi

    • Hi Tobi,

      besten Dank! :) Ich glaube, allmählich komm ich dahinter. Allerdings sind die Dinger bei uns leider nicht so schön beschriftet. Deckt sich die Reihenfolge mit den grauen Teilen darüber im selben Kasten? Siehe Foto …

      Falls das so ist, sieht die Sache noch schlimmer aus: Der RTR im Flur betreibt die Küche (die ging dann nämlich an) und der RTR im Gäste-WC betreibt eben das Gäste-WC und den Flur. Ich glaub, ich muss später die anderen Etagen auch noch mal checken. Irgendwas ist hier jedenfalls echt falsch verkabelt. :D Ich hoffe, das lässt sich einigermaßen leicht beheben.

      Viele Grüße
      Thomas

      • Hallo Thomas,
        die Bezeichnungen sind jeweils sich deckend.
        Der Obere Teil (mit den weiß/grauen Regler) sind der Rücklauf, die unteren (mit roten „Hüttchen“) der Vorlauf.
        Die Zahlen bedeuten nur die Leitungslänge.
        wenn du mir verrätst wie ich Bilder einbinde hänge ich noch eines von unserem Verteiler an…

        wird den im Wohnzimmer alles warm? Der eine RTR bei uns steuert in Summe 4 Kreisläufe (3x Wohnzimmer, 1x Küche) mit einer Gesamtlänge von 286 Metern. Da kann es mal vorkommen das der Regler einfach ein Signal bekommt „warm genug, hört auf zu heizen“ wobei die Küche noch gar nicht so warm ist.
        Sprich es muss nicht sein das etwas falsch gemacht wurde, es muss nur noch richtig eingestellt werden.
        Im Regelfall macht der Heizungs(-typ)-Fachinstallateur in den nächsten Wochen nach Übergabe des Hauses eine kurze Einweisung in die Heizung und stellt noch Kleinigkeiten ein. vielleicht kann das miteinander verbunden werden, weil das im Regelfall auch der ist der die Anlage installiert hat.

        Gruß
        Oliver

      • Hallo Oliver,

        das mit dem Bild hat ja geklappt. :) Sieht bei uns ja genauso aus eigentlich.

        Aber im Moment scheint es echt so zu sein, dass der Wohnzimmer-RTR nur die drei Kreisläufe fürs Wohnzimmer steuert, während der im Flur den Kreislauf für die Küche reguliert und der im Bad die Kreisläufe für Bad und Flur. Total absurd eigentlich aber zumindest in meinem Test vorhin sah es ganz danach aus, jedenfalls reagierten die Ventile entsprechend.

        Die Küche war hier übrigens noch gar niemals warm, während die drei Kreisläufe im Wohnzimmer wunderbar funktionieren. Ist ja eigentlich schon Zeichen genug, dass da was nicht stimmen kann, wenn du ja sagst, dass der Küchenfußboden bei euch nicht kalt ist. Ich werd da kommende Woche mal bei Bonava nachhaken. Die sollen wen schicken, der sich das mal anguckt. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass der RTR in der Küche doch nicht Standard ist. Wenn die jetzt wegen der Verkabelung die Wand hätten aufreißen müssen, wäre ich ja irre geworden. :D

        Viele Grüße
        Thomas

  4. Moin Thomas, wenn die wirklich vertauscht sind, ist das nicht schlimm, da muss der Elektriker einfach in der grauen box umklemmen 😊
    Lg
    Tobi

    • Moin Tobi,

      wie ich dachte also. Sehr gut. Schauen wir mal, ob sich das direkt über den kurzen Dienstweg regeln lässt. Bisher ging das immer ganz gut eigentlich. Danke auf jeden Fall noch mal für die Hilfe. Jetzt kann ich beruhigter ins neue Jahr gehen. :D In diesem Sinne guten Rutsch schon mal!

      Viele Grüße
      Thomas

  5. Kia ora, Thomas.
    Ich würdige einmal Deine Homage an zwei Sergio Leone-Filme im Aufbau Deines Post ostentativ. 🤠🤠🤠
    Dies zumal ‚The Good, The Bad And The Ugly‘ vor fünf Jahrzehnten den Kinostart hatten. Zufall oder Wissen Deinerseits?
    Ist übrigens der einzige Leone, der mir gefällt (auch in der Langfaßung).

    „Bl…Blo..Blonder!…“, um es mit den Worten von Tuco Benedicto Pacífico Juan María Ramírez zu sagen.

    bonté

    • Hallo RoM,

      ich könnte jetzt behaupten, dass ich mir über die fünf Jahrzehnte bewusst war, aber das wäre wohl gelogen. Ich weiß nicht, wie ich drauf gekommen bin, war halt so ’ne Eingebung. Und der zweite Titel war dann natürlich auch nur ein Nachklapp, weil ich noch eine Zwischenüberschrift brauchte. :D Ich weiß noch, dass ich die Leone-Western als Kind wirklich gerne gesehen habe – wenn auch mangels größerer Aufmerksamkeitsspanne eher in einer Art Episoden, die durch andere Aktivitäten kindgerechter Spaßgenerierung im heimischen Wohnzimmer unterbrochen wurden.

      Nun ja, hoffen wir mal, dass »The Ugly« hier bald behoben wird. Die Heizungsfirma scheint es mit Anrufen nicht so zu haben, sondern eher mit Spontanbesuchen, die natürlich ins Leere gehen, wenn man zur arbeitenden Bevölkerung gehört. *seufz*

      Viele Grüße
      Thomas

      • …da hoffe ich, der Telekommunikations-Techniker ist da etwas kommunikativer aufgelegt.

        bonté

  6. Pingback: Kitchen Stories | aus der reihe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.