Unser Haus feiert seinen ersten Geburtstag – ein Rückblick, Ausblick und Überblick

Das erste Jahr »Wohnen in den eigenen vier Wänden« ist vorüber und das Blog-Jubiläum haben wir nur knapp verpasst. Am 16. Dezember 2016 fand unser abenteuerlicher Umzug statt, seither hat sich einiges getan und bevor wir auch das Jahr 2017 hinter uns lassen, resümieren wir in aller Kürze, wie wir die letzten zwölf Monate empfunden haben.

Im Jetzt angekommen

Zuerst einmal: Wir fühlen uns hier wirklich pudelwohl. Es ist schon ein Unterschied, ob man in einem neuen Haus lebt oder in einer alten und eigentlich längst sanierungsbedürftigen Mietwohnung. Klar, der Vergleich ist etwas unfair und sicher hat auch so mancher Altbau mit seiner geschichtsträchtigen Patina seinen Charme. Dennoch: Es ist einfach schön, wenn es dank guter Dämmung im Haus nicht zieht wie Hechtsuppe, wenn die Wasserhähne nicht tropfen, wenn keine Nachbarn über oder unter einem Bowling auf dem Laminat spielen und wenn auch die Einbauküche zeitgemäß ausgestattet ist, statt dass man kochen muss wie die alten Rittersleut’.

Natürlich ist nach einem Jahr längst noch nicht alles fertig. Hier und da gibt es kahle Ecken, für die noch nicht das passende Möbelstück ins Haus gekommen ist, die meisten Wände warten noch auf Farbe und das eine oder andere Regalfach steht noch leer, weil wir plötzlich viel mehr Stauraum haben, als wir mit unseren Sachen vollstopfen können. Wir haben allerdings keinen Zweifel daran, in allen genannten Punkten im neuen Jahr gute Fortschritte zu machen.

Perfekt wäre ja langweilig …

Ansonsten haben wir natürlich auch schon das eine oder andere (und zum Glück nur kleine) Ärgernis festgestellt. So manche Schlussleiste zwischen Harfentreppe und Laminat war nur unzureichend befestigt, sodass wir schon einiges nachkleben mussten. Außerdem sind die Außengriffe an den Terrassentüren nicht sonderlich stabil. Einen mussten wir bereits ersetzen, denn das billige Plastik ist genauso stabil wie es aussieht: gar nicht. Zum Glück sind das alles Standardmaße, sodass das günstigste Modell aus dem Baumarkt passte – das übrigens qualitativ immer noch deutlich besser ist als der von Bonava verbaute Standard. Außerdem zeigen sich die ersten Risse an der Decke des Dachgeschosses, aber das ist ja leider normal, seit Häuser in dieser Geschwindigkeit gebaut und bezogen werden. Nichts, was sich nicht mit ein wenig Fugenkitt und einer verdammt hohen Leiter kaschieren ließe. Alles in allem: Solange die Ärgernisse nicht größer werden als die genannten, ist alles im grünen Bereich.

Spare am Gas, so hast du … Geld für Strom und Wasser

Wirklich großartig dagegen ist die Fußbodenheizung. Wir nehmen sie eigentlich gar nicht mehr wahr, seit der Installateur bei der Ersteinweisung die Vorlauftemperatur auf 30 Grad runtergestellt hat. Man hat’s nun (abgesehen von den Fliesenböden) gefühlt weniger mollig an den Füßen, aber das ist ja auch nicht der Sinn einer solchen Heizung. Die Räume sollen konstant die an den Thermostaten eingestellte Wärme erreichen und das tun sie sehr zuverlässig. Entsprechend haben wir die Empfehlungen des Installateurs befolgt und gar nicht erst an den Einstellungen herumgedoktert – abgesehen vom Sommer, wo wir die Heizung komplett abgestellt hatten. Das hat sich, auch dank der Solaranlage, die im Sommer für warmes Wasser gesorgt hat, ausgezahlt: Der Gasverbrauch unseres Hauses liegt laut Jahresabschluss bei gerade mal einem Drittel des von den Energieunternehmen geschätzten Verbrauchs für Reihenhäuser, obwohl wir alle Räume beheizen. (Wobei ich vermute, dass diese Schätzungen aus den 60ern oder 70ern stammen, als Dämmung nach heutigen Maßstäben quasi noch nicht erfunden war.)

Zum Stromverbrauch hingegen lässt sich noch nicht allzu viel sagen, nur dass er selbstverständlich höher ist als in unserer alten Zweizimmerwohnung. Klar, wir haben die Gastherme im Haus, die ganzjährig läuft, es gibt mehr Räume, dadurch auch mehr Beleuchtung, etc. Gleiches gilt für den Wasserverbrauch. Der wäre im Haus nicht grundsätzlich höher als vorher (abgesehen von dem magischen Zuwachs an Zimmerpflanzen, den ich hier beobachte), aber leider müssen wir den Garten, speziell den Rasen, mit Leitungswasser bewässern. Eine Rechnung steht noch aus, aber das wird vermutlich ins Geld gehen. Um die Kosten etwas abzufedern, haben wir zeitig ein Wasserfass an die Regenrinne angeschlossen, sodass wir die Gartenpflanzen mit für sie ohnehin besserem Regenwasser gießen können. Können wir sehr empfehlen, denn der Anschluss ist kinderleicht und wir denken schon darüber nach, ob sich ein zweites Fass im Vorgarten lohnen könnte. Außerdem haben wir an der Außenzapfstelle einen separaten Wasserzähler installiert, sodass für die Gartenbewässerung aus dem Hahn zumindest keine Abwassergebühren anfallen. Da dieser alle Jubeljahre allerdings auch getauscht bzw. geeicht werden muss, wird sich wohl erst dann zeigen, ob sich dieser Aufwand lohnt.

Grüne Daumen haben viel zu tun

Ein paar Worte zum Garten noch: Zumindest im Sommer macht der echt Arbeit. (Wobei Jasmin findet, dass ich übertreibe. Sie macht schon Pläne fürs Frühjahr.) Klar, für die paar Quadratmeter hält sich das alles noch in Grenzen, aber dennoch: Gerade an warmen Sommerabenden, an denen man sich vielleicht lieber mit einem kühlen Bier auf die Terrasse setzen und den Mücken beim Stechen zuschauen würde, rennt man stattdessen erstmal mit der Gießkanne von A nach B, stellt den Rasensprenger an und hoffentlich irgendwann auch wieder ab, auch gibt es immer irgendwas, das ein-, aus- oder umgepflanzt werden möchte. Das sollte man sich auf jeden Fall vorher bewusst machen. Wer auf ein wenig Gartenarbeit so gar keine Lust hat, ist mit einer Eigentumswohnung vermutlich besser beraten.

Der Winter kommt

Vor noch eine Herausforderung stellte uns der frisch angelegte Garten: Wie macht man ihn jetzt am besten winterfest? Welche Pflanzen gehören ins Haus geholt und welche müssen abgedeckt werden? Und wie und womit überhaupt? Von einem Besuch im Baumarkt kamen wir mit einem Arm voll Jute zurück. Seitdem sieht unser Vorgarten aus, als hätten die Elfen des Weihnachtsmanns vor Heiligabend noch schnell das Einpacken geübt – aber die Pflanzen werden es uns hoffentlich danken. Alternativ können sie sich mit dem Laub zudecken, das der Baum auf der Rasenfläche vor dem Haus in Massen verliert. Im nächsten Jahr dürfen sich dann auch die Pflanzen im Garten über den Blättersegen freuen, denn kurz vor Weihnachten wurden in der Privatstraße hinter dem Haus noch frische Bäume in ansehnlicher Größe gepflanzt.

Und: Immer schön Wetterbericht gucken

Was wir außerdem lernen mussten: Wenn Stürme angekündigt werden, also so richtige Stürme, wie wir sie 2017 in kurzer Abfolge zweimal hatten, dann sollte man das wirklich ernst nehmen und rechtzeitig alles sturmsicher machen. Im Zweifel gilt nämlich: Was wegfliegen kann, das fliegt auch weg. So gesehen in einigen Nachbargärten, in denen „Xavier“ vom Gartenstuhl bis zum Geräteschuppen alles umpustete. In unserem Fall hielten sich die unfreiwilligen Geschosse glücklicherweise in Grenzen, aber auch für Terrassentrennwände, die man zuvor ordentlich mit Beton im Boden befestigt hat, gilt: Wie ordentlich man das gemacht hat, ist dem Sturm im Zweifel wurscht, vor allem wenn ein ordentlicher Dauerregen vorher die umgebende Erde aufgeweicht hat. Dann neigt sich so eine stabile Holzwand im Wind wie ein Grashalm. Glücklicherweise hatte unser Nachbar ein paar Bretter zum Abstützen parat, mit denen er uns kurzerhand aushalf. Die Stützen stehen übrigens immer noch da – man weiß ja nie, welche Kapriolen das Wetter über die ungemütliche Jahreszeit hinweg noch so schlägt.

Tschüs 2017!

Insgesamt können wir mit unserem ersten Jahr im eigenen Haus sehr zufrieden sein. Wir haben viel geschafft und sind mit unseren Plänen für Haus und Garten gut vorangekommen. Auch die Nachbarschaft wächst und gedeiht, sowohl in unserer kleinen gelben Reihenhaussiedlung als auch rundherum. Wir sind gespannt, was das neue Jahr bringen wird.

In diesem Sinne: Mach’s gut 2017 und willkommen 2018!

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2 Gedanken zu “Unser Haus feiert seinen ersten Geburtstag – ein Rückblick, Ausblick und Überblick

  1. Sali, Thomas.
    Wenn das Domizil quasi grundsätzlich eingerichtet ist, kann man/frau dem Luxus fröhnen auf das richtige Möbel, die richtige Idee warten zu können – bis sie vorbeikommt.
    Farbe an Wänden bringt ordentlich Leben in einen Wohnraum; bei mir sind es allerdings Poster, Zeichnungen, Bilder, die das flächendeckend besorgen. 🙂

    Solange Ihr nicht Spider-Man bemühen müßt, der die Haushälften zusammenhält, geht es ja noch…

    Ich kann Dich vielleicht dahingehend berühigen, daß ein gesunder Rasen bereits im zweiten Standjahr weniger Wasser benötigt. Um die Tiefenwurzelung zu fördern empfiehlt es sich eh weniger oft (dafür dann ausgiebiger) zu wässern. Je tiefer die Wurzel wachsen, umso widerstandsfähiger ist der Rasen gegen Austrocknung gewappnet.
    Regenfässer wie der seperat abrechenbare Gartenanschluß rechnen sich durchweg (zumal am Abwasserteil der Gebühren gernst alle Jahre nach oben geschraubt wird).
    Die erwähnten Laubbäume werden zudem für etwas kühlere Luft in Bodennähe sorgen – je älter desto besser.

    Die Stützbretter solltet Ihr für all die kommenden Jahre weiter im Auge haben. ;-)

    Ansonsten gebärdet sich der Januar eher wie der März – die Spatzen sind jedenfalls heftig am spätzeln.

    bonté

    • Hallo RoM,

      ich wäre ja auch für mehr Bilder an den Wänden. Poster haben wir immerhin ja schon zwei. ;) Eigentlich hatten wir auch für Bilder ein paar Ideen, aber nun ja, wie das immer so ist, bleibt’s dann irgendwie doch liegen.

      Die Regentonne war auf jeden Fall schon mal ’ne gute Investition. Für den Winter haben wir jetzt noch mal 60 Liter oder so in Kanister abgefüllt. :D Die Pflanzen haben ja auch lieber weniger kalkhaltiges Wasser, von daher passt’s ganz gut und man verschwendet dafür nicht unnötig Leitungswasser. Mögen es auch nur ein paar Cent sein, Kleinvieh macht bekanntlich ja auch Mist. Die Rasenfläche wird dieses Jahr voraussichtlich eh etwas schrumpfen, da links und rechst noch ein bisschen was anderes gepflanzt werden soll.

      Ja, die Stützbretter sollten immer zumindest griffbereit sein. :D Zuletzt hatte es ja schon wieder ganz schön gestürmt. Zum Glück blieb uns der heftige Regen erspart, mit dem der Westen des Landes grad zu kämpfen hat(te). Man merkt, das Wetter ist zunehmend chaotisch. Haselallergiker haben wohl auch jetzt schon Probleme, weil die Dinger denken, es sei bereits Frühling.

      Viele Grüße
      Thomas

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