Schlag auf Schlag

Nein, an dieser Stelle folgt kein Wortwitz, der mit Stromschlägen zu tun hat. Um Strom soll es an dieser Stelle zumindest entfernt aber trotzdem gehen. Wie zuletzt bereits berichtet, tut sich für uns wahrnehmbar endlich mal wieder was auf der Baustelle: Seit spätestens Dienstag dieser Woche sind nämlich unter anderem die Elektrorohinstallationen fertig. Zeit also für einen neuen Termin mit unserem Gutachter.

Aber wie das so ist, lässt sich nicht immer alles so planen, wie man es gern hätte. Gerade in diesem für uns wichtigen Moment war unser Bausachverständiger nämlich krank und somit nicht verfügbar. Hier hat es sich bezahlt gemacht, Mitglied im Bauherrenschutzbund zu sein: Ein Anruf genügte, schon bekamen wir diverse mögliche Vertreter genannt. Kompetenter Ersatz für unseren Sachverständigen war somit schnell und unkompliziert gefunden. Praktisch!

Kurzer Exkurs dazu am Rande: Es gibt eine ganze Reihe von Sachverständigen, die ihre Leistungen nur für Mitglieder des Bauherrenschutzbundes erbringen. Die Kontakte bekommt man über eine Karte auf der Webseite oder über einen einfachen Anruf. Dasselbe gilt beispielsweise auch für Rechtsbeistand. Idealerweise wird man sehr früh im Kaufprozess Mitglied, denn so kann man den Kaufvertrag für seine Immobilie bereits vorab auf eventuelle Fallstricke prüfen lassen. Haben wir nicht gemacht, für den einen oder anderen könnte diese Information aber durchaus interessant sein. Die Aufnahme in den Bund kostet 52 Euro und für die Mitgliedschaft werden monatlich 11 Euro fällig. Da der Bauherrenschutzbund eine gemeinnützige Organisation ist, lassen sich die Beträge übrigens steuerlich als Spende absetzen. Exkurs Ende.

Bei unserem Besichtigungstermin galt es nun jedenfalls, mit dem Vertretungssachverständigen die Rohinstallationen für Elektrik, Sanitär und Heizung anzuschauen, außerdem wurden der Fenstereinbau und das Dach überprüft und fleißig nachgemessen, ob Höhen, Abstände usw. passen. Hier wurde offenbar sauber gearbeitet und für Bonava gab es das eine oder andere Lob vom Sachverständigen. Das beruhigte mich ungemein, denn gerade über Pfusch am Bau hört und liest man ja leider immer wieder die eine oder andere Horrorgeschichte, die mittlerweile sogar eigene Sendungen im Fernsehen bekommen. Vor allem wurde auch positiv angemerkt, dass man bei Bonava jederzeit selbst den aktuellen Baustand in Augenschein nehmen kann. Ich hätte ja gedacht, das sei Standard, scheint aber wohl nicht so zu sein. Du liebe Güte.

Einen kleinen Mangel gab es dann aber doch: Die Stahlwinkel, mit denen die eingesetzten Fenster befestigt wurden, verlaufen an unseren bodentiefen Sonderwunschfenstern im Schlafzimmer unterhalb der luftdichten Klebebänder statt oberhalb. Dadurch liegen die Bänder nicht direkt auf dem Boden auf. Der Polier wurde darauf hingewiesen und darum gebeten, hier vorsichtshalber die Klebeverbindung nachzubessern, damit nicht später eventuell eine mangelhafte Abdichtung nach außen zu Problemen führt. Hoffen wir mal, dass das auch wirklich noch einmal ausgebessert wurde oder noch wird.

Wir selbst prüften derweil, ob sämtliche Anschlüsse so gelegt wurden, wie wir es geplant hatten. Also zogen wir von Raum zu Raum, wichen liebevoll verteiltem Streuwerk aus herumliegenden Schrauben und leeren Kaffeebechern aus, und verglichen die künftigen Anschlüsse für Strom und Wasser mit unserem mitgebrachten Plan. Und siehe da: Tatsächlich sind alle Steck- und Netzwerkdosen sowie Wasseranschlüsse nicht nur vorhanden, sondern auch dort zu finden, wo sie sein sollen. Nebenbei entdeckten wir in Schlafzimmer und Küche auch ein paar interessante Höhlenmalereien von künstlerisch begabten Handwerkern an den Wänden, die wir bildlich für die Nachwelt festhalten mussten, aber dazu am Ende mehr.

Außerdem konnten wir uns zum ersten Mal einen Eindruck davon machen, wie das Haus später von innen mal aussehen wird. Die Musterhäuser kennen wir zwar, aber ein bisschen anders ist unseres dann eben doch aufgebaut. Speziell das Studio im zweiten Obergeschoss wirkte erst mal nicht ganz so groß, wie wir uns das bisher ausgemalt hatten. Wenn man auf dem Papier von einem 30-Quadratmeter-Raum liest, dann denkt man Wunder, was da alles reinpasst, am Ende ist die Größe aber dann doch überschaubar. Genau umgekehrt verhielt es sich mit der Dachterrasse: Diese hatten wir uns deutlich kleiner vorgestellt. Es passt aber wohl doch mehr als ein Liegestuhl mit Tischlein fürs Feierabendbier drauf. Wenn mich also dann bald jemand sucht, bin ich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Sonnendeck.

Verzögerungen bei den Dachterrassen waren übrigens auch der Grund, weshalb die Rückseite des Hauses noch keinen Anstrich bekommen hat. Das soll in den nächsten Tagen nachgeholt werden. Außerdem wird vermutlich derzeit die Estrichdämmung gegossen, sodass bereits kommende Woche die korrekte Verlegung der Fußbodenheizung begutachtet werden kann. Im Moment geht es also mal wieder, wie die Überschrift sagt, Schlag auf Schlag.

Zum Abschluss pflegen wir die gute Tradition und beenden diesen Beitrag mit einigen Fotos vom aktuellen Baustand. Inzwischen wirkt das Haus von innen betrachtet dann auch schon eher wie ein solches und nicht mehr wie eine löchrige Bärenhöhle. ;)

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5 Gedanken zu “Schlag auf Schlag

  1. Pingback: … aus neuen Schläuchen | aus der reihe

  2. Aloha, Thomas.
    Ich konnte den Fortgang des Baus auch ausgiebig begutachten (Vorteil wenn man in der Nähe arbeitet); wenn auch ohne Verständigem vom Fach. Wobei ich vermute, daß solche bei Eigentumswohnungen eher unüblich wären. Aber wenn Bauherr & das Gros der Firmen vom Ort selber sind(*), kann man/frau sich auf Qualität verlaßen.

    „Streuwerk-Schrauben & leerer Kaffee“ könnte jetzt auch eine Instalation in der Tradition eines Joseph Beuys sein. Proletarische Baukunst.
    Working class graffiti gab es nicht minder bei Pharaos Bauvorhaben; teils von obszön, poetischer Herzhaftigkeit.

    Das „Ensemble Heizraum“ hat jetzt in der Tat etwas von moderner Kunst. Das Lindgrün ist tres chic.

    bonte

    (*) ländliche Idylle eben

    • Hallo RoM,

      och, also auch für Eigentumswohnungen kann man sich jemand Fachkundigen holen, wenn die doch gerade neu gebaut werden. Aber ich nehme auch an, dass Pfusch am Bau hier deutlich unwahrscheinlicher ist. Und wenn’s dann auch noch alles örtliche Firmen sind, ist es natürlich optimal. Das gilt bei uns für den Bauträger zumindest theoretisch zwar auch, aber wo dieser die einzelnen Gewerke beauftragt, möchte ich so genau dann doch immer gar nicht wissen. ;) Hauptsache, sie machen ihre Arbeit gut. Bisher hat das ja sehr gut funktioniert.

      Hm, bei Beuys hätte es aber noch irgendwelche Installationen aus Fett gegeben, oder? Ich war mal in einer Beuys-Ausstellung und hatte vermutlich nie zuvor und auch nie wieder danach ein so großes Fragezeichen über dem Kopf, während ich von „Werk“ zu „Werk“ ging. Man wusste nie wirklich: Ist das Kunst, oder kann das weg? Aber ja, gewisse Parallelen zu den Kaffeebecher-Schrauben-Akzenten in unserem Haus sind vorhanden. :D

      Viele Grüße
      Thomas

      • …bei Beuys sollte man/frau noch „unbedingt“ den Filz anmerken; seine Kunst sagt mir aber auch nicht mehr – als Filz & ranzige Butter. 😎
        Aber ich verweise gernst auf die anmerkenswerten Kunstwerke eines Andy Goldsworthy – in ihrer individuellen Schönheit, perfekt!

        Für Morgen steht ein neuer ‚Rogue One‘-Trailer an…“now I fight the Empire.“

        bonté

      • Andy Goldsworthy sagte mir bisher gar nichts. Die sind den Bildern nach tatsächlich sehr schön. :)
        Den Trailer habe ich selbstverständlich angeschaut. Ich bin sehr gespannt auf Mads Mikkelsen. Und auf den Film insgesamt. Ich hoffe, er wird so gut wie seine bisherigen visuellen Versprechen.
        Und hoffentlich finde ich vor lauter Umzugsplanung auch ein bisschen Zeit dafür. :)

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