Von Bädern und Böden Teil 2: Besuch bei Raab Karcher

Nach dem Laminat wollten dann auch die Fliesen für die Bäder und den Eingangsbereich ausgesucht werden. Für den Heizungsraum, in dem später auch unsere Waschmaschine ihren Platz finden soll, hatten wir gleich beim ersten (und bislang einzigen) Sonderwunschtermin eine der Standardfliesen mit dem klangvollen Namen Troy ausgewählt. Quadratisch, praktisch, beige – für den sicherlich eher wenig besuchten Raum vollkommen ausreichend. Die Kosten wurden direkt mit der Gutschrift für die wegfallenden Boden- und Wandfliesen in der Küche verrechnet, sodass uns durch den gefliesten Heizraum unterm Strich keine Zusatzkosten entstanden sind.

Die Qual der Wahl im Fliesenland

Für die beiden Bäder wurde es da schon schwieriger. Nicht zuletzt, weil ein Termin bei Raab Karcher erst Wochen später zu bekommen war.  So telefonierten wir uns beide abwechselnd durch die verschiedenen Filialen, die wir genannt bekommen hatten, immer mit demselben Ergebnis: Termine samstags gar nicht oder wenn, dann erst in einigen Wochen – das wäre knapp geworden für unseren Abgabetermin der Fliesenplanung. Für Berufstätige also nicht gerade glücklich. Immerhin sagte mir die sehr nette Dame aus der Potsdamer Filiale (die Berliner erfüllten da eher die gängigen Berlin-Klischees) am Telefon aber, dass man auch auf gut Glück reinschauen könne, möglicherweise würde man trotzdem einen freien Berater erwischen.

Gesagt, getan: Da unser Termin bei Joka unerwartet schnell erledigt war, fuhren wir anschließend ganz spontan noch zu Raab Karcher bzw. Keramundo nach Berlin-Tempelhof weiter … und standen vor der doch recht großen Auswahl erst einmal wie zwei Ochsen vorm Berg. Ein Glück, dass Thomas und ich einen recht einheitlichen Geschmack haben, was die Gestaltung unseres Wohnraums angeht – ich kann mir gut vorstellen, dass solche Entscheidungen schon für den einen oder anderen Ehekrach gesorgt haben. Wie viele Paare wohl aufgrund unterschiedlicher Fliesengeschmäcker am Ende doch kein Haus mehr zusammen bauen wollen? ;)

Kein Standard, dafür viel Holz vor in der Hütte

Für uns war aber sehr schnell klar: Die Standardfliesen sind keine Option. Zu quadratisch, zu kühl, zu viel Steinoptik. Von Anfang an hatten wir uns ein warmes Badezimmer in Naturtönen vorgestellt. Die Bodenfliesen im Musterhaus hatten uns in dem Zusammenhang sehr gut gefallen, leider mussten wir aber feststellen, dass es sich dabei wohl um Auslaufmodelle handelt, von denen es nur noch Restbestände gibt. Beim weiteren Umschauen fanden wir dann zwar die eine oder andere Fliese, die uns »ganz gut« gefiel, aber die Fliese war noch nicht dabei, zumal wir erst eine knappe Stunde vor Ladenschluss angekommen waren und man uns um 14 Uhr quasi mit dem Mopp hinauskehrte.

Ein zweiter Besuch war also nötig, dieses Mal in der Filiale in Potsdam. Interessanterweise fanden wir hier tatsächlich noch Fliesen, die uns in Tempelhof nicht aufgefallen waren. Nach langem Gucken und Hin- und Herlaufen zwischen den verschiedenen Ständern, Wänden und Schubladen mit Fliesenmustern entschieden wir uns für die Wandfliese Kermos nimbus in Creme. Das Format von 20 x 50 Zentimetern und die fein linierte Oberfläche gefielen uns sehr gut und so werden diese Fliesen in beiden Bädern zum Einsatz kommen.

Für die Böden haben wir uns für Ragno freetime entschieden, im Badezimmer im ersten OG im angenehm warmen Farbton Marrone, für das Gäste-WC und den Flur unten im etwas helleren, rauchigeren Ton Fumo. Ich liebe alles, was irgendwie nach Holz aussieht, und die Feststellung, dass es Fliesen in Holzoptik gibt, ließ mich im siebten Himmel der Hobby-Innendesigner schweben. Das sehr schmale Bodendielenformat von 12,5 x 50 Zentimetern passt dazu wunderbar und unsere Auswahl stieß auch bei der Dame von Raab Karcher, die unsere Bemusterung schriftlich festhielt, auf anerkennendes »Ah, sehr schön« und »Oh, auch sehr hübsch« – wobei wir uns nicht sicher waren, ob sie dasselbe nicht auch zu jeder anderen Wahl gesagt hätte. Nur Thomas’ Anmerkung, dass eine der möglichen Fugenfarben aussähe wie ein alter nikotingelb verfärbter Computermonitor, quittierte sie mit einem leicht irritierten Lächeln. ;)

Unterm Strich

Da wir aus der Laminatwahl und dem Aufschlag von Bonava gelernt hatten, achteten wir bei den Fliesen diesmal gleich darauf, dass die Preise im Rahmen blieben und nicht wesentlich höher lagen als die angegebenen 15 Euro für den Standard. Außerdem sind die Formate unserer Fliesen im aufpreislosen Bereich und eine Bordüre wollten wir ebenfalls nicht haben. Mit zement- bzw. silbergrauen Fugen und Abschlussleisten aus Edelstahl kommen wir so auf einen vertretbaren Aufpreis von 781 Euro für beide Bäder plus Flur. – Da fallen dann auch noch ein paar Euro für zwei hübsche Waschtische ab, die wir statt der Standardwaschbecken selbst kaufen und anbauen wollen.

Advertisements

4 Gedanken zu “Von Bädern und Böden Teil 2: Besuch bei Raab Karcher

  1. Bei den langen Ragno Fliesen müsst ihr dem Fliesenleger unbedingt auf die Finger gucken wegen der Überzähne die sich aufgrund der Schüsselung der Fliesen ergeben. Wir hatten deswegen einen riesen Zoff mit NCC.

    • Hallo Sascha,

      ein spannendes Thema, mit dem wir uns bisher noch gar nicht beschäftigt hatten. Tatsächlich musste ich gerade erst einmal danach googeln. Da werden wir dann auf jeden Fall genau hinschauen, vielen Dank für den Hinweis!

      Was ist denn letzten Endes bei eurem Zoff mit NCC herausgekommen, wenn man fragen darf?

  2. Yum tuv, Jasmin.
    Bei des Wahl des Ersten könnt Ihr bei, in legerer small-talk-Runde, einwerfen, daß ein Trojaner bei Euch im Keller ist… sorry, ein Kalauer! ;-)

    Der freie Fliesen-Berater scheint ein ähnlich scheues Rotwild zu sein, wie ganz allgemein „Personal-wenn-man/frau-es-braucht. Eine hastige Bewegeung – und licht ist die Lichtung… ;-)

    Der Ehekrach um den einzig wahren & richtigen Christbaum ist da wohl häufiger anzutreffen.

    Aah – die beliebte Kurz-vor-Schluß-Kundschaft! * :-)

    Da sage noch einer, daß Postdam nichts habe, was Berlin nicht per se hätte. Und gut gefunden ist halb gekauft. Wobei ein zustimmendes Nicken des Verkaufspersonals seit Jahrtausenden der Standard ist; quasi so zwangsläufig wie das Atmen.
    Gewagt sind im Zusammenhang aber auch ins Detail gehende Ausschmückungen des persönlichen Nichtgefallens an der angepriesenen Ware; ein Nachfragen nach Alternativen ist dann Diplomatie in Reinform. :-)

    Neue Badezimmer haben immer eine erhebende Aura – vor allem wenn alles eingerichtet ist (und von Lili für gut befunden wurde!). Die Zeit bis dahin wird ruckzuck vergehen.

    bonté

    * zu der Thematik können meine Schwestern auch dezent lästern

    • Hallo RoM,

      ich dachte, das ist der »gemeine Baumarktfachverkäufer«, der sofort in den tiefen Regalwald verschwindet, sobald man nach ihm ruft. Wobei, seine Kollegen aus dem Elektronikfachmarkt können das auch. Auf deren Beratung verzichte ich allerdings auch gern – wie an anderer Stelle ja bereits berichtet. ;)

      Die genannten Abschlussleisten hatten tatsächlich exakt die Farbe alter Computerbildschirme aus den frühen 90ern. Ich frage mich wirklich, in welchem Bad die gut aussehen. Aber sie müssen ja irgendwo passen, sonst würde man die nicht verkaufen. Sehr merkwürdig jedenfalls.

      Viele Grüße
      Thomas

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.