Von Bädern und Böden Teil 1: Besuch bei Joka

Inzwischen hat unser Häuschen also ein Dach bekommen und die Fassade leuchtet in sattem Gelb jedem Besucher schon von Weitem entgegen. Damit es auch von innen irgendwann mal in ähnlichem Glanz erstrahlt, haben wir uns schon vor einiger Zeit an die Auswahl der Fliesen und Laminatböden gewagt – Termine, auf die ich mich schon von Anfang an am meisten gefreut habe. So ein Haus wird doch gleich viel greifbarer, wenn die einzelnen Räume langsam, aber sicher Gestalt annehmen, oder? :)

Standard, Sonderwunsch oder selber Hand anlegen?

Ursprünglich hatten wir überlegt, die Böden komplett aus dem Angebot von Bonava herausrechnen zu lassen, um sie nach Übergabe des Hauses selbst zu verlegen bzw. verlegen zu lassen. Wenn man sich nicht für die Standardböden entscheidet, die von Bonava ohne Extrakosten verlegt werden, kann man so sicherlich einiges sparen, denn die Aufpreise dafür sind nicht ohne (dazu gleich noch mehr). Letztendlich haben wir uns aber dagegen entschieden – sobald wir die Schlüssel für unser Haus bekommen, möchten wir auch so schnell wie möglich einziehen und dafür soll am besten alles direkt fertig sein. Deshalb werden nun doch alle Böden von Bonava verlegt – vom Standard ist aber nicht viel geblieben.

Unser Besuch im Bödenparadies von Joka

Der erste Termin zur Bemusterung stand bei Joka an. Ein Anruf, ein vereinbarter Termin – so einfach kann das sein. An einem Samstagmorgen machten wir uns also auf zum Joka-Showroom am Leipziger Platz und wurden dort von zwei sehr freundlichen Mitarbeitern empfangen, von denen sich einer auch sofort um uns kümmerte. Viel zu tun hatte er allerdings nicht, denn wir hatten uns vorher schon einige Gedanken gemacht und die Entscheidung für die Böden zu zwei Dritteln bereits getroffen.

Unsere erste Entscheidung bestand darin, die Teppichböden in den Räumen im ersten und zweiten Stock gegen Laminat auszutauschen, obwohl die Teppiche von Joka auch ganz hübsch sind. Zum einen reagiert Thomas im wahrsten Sinne des Wortes allergisch auf Hausstaub (und einige andere Dinge), zum anderen zieht mit uns ja auch unser kleiner flauschig-weicher Stubentiger Lilli ins Haus ein und wer einmal versucht hat, Katzenhaarknäule aus Teppich zu entfernen, der weiß, wie sehr man einen Laminatboden lieben kann.

Laminat, Vinyl und viel, viel Geld

Die Entscheidung für das Laminat der oberen Stockwerke fiel uns ziemlich leicht. Im Schlafzimmer werden wir Joka Madison Kalkeiche grau verlegen lassen, einen schön ruhigen und gleichzeitig warmen Farbton mit Holzoptik. In den anderen Räumen im ersten und zweiten OG wird es Madison Kalkeiche creme – gleiche Holzoptik, aber mit etwas lebendigerer Farbe. Dieses Laminat liegt auch im Musterhaus und hatte uns auf den ersten Blick sofort gefallen. Außerdem entspricht es ziemlich genau dem Farbton unserer derzeitigen Wohnzimmermöbel, die sich im Haus voraussichtlich zur Hälfte oben im Dachstudio wiederfinden werden. Passt also. Außerdem ist die Madison-Serie von Joka der Standard für das Wohnzimmer im EG und war damit preislich für uns akzeptabel. Da in den oberen Stockwerken standardmäßig aber kein Laminat liegt, zahlen wir dafür insgesamt 2275 Euro drauf. Eingerechnet ist da schon die Gutschrift von 980 Euro für den weggefallenen Teppichbelag.

Im Erdgeschoss wurde die Auswahl schon etwas komplizierter. Da unsere Küchenplanung einen Tresen vorsieht, der etwas in den Wohnzimmerbereich hineinragt, wollten wir dort keinen Fliesenboden haben, sondern ein durchgehendes Laminat in Küche und Wohnzimmer; so soll ein harmonisches Ganzes entstehen. Zuerst wollten wir dafür einen etwas hochwertigeren Vinylboden, da diese besser für Küchen (und sogar Bäder) geeignet sein sollen. Nach einer kurzen Beratung durch den Joka-Mitarbeiter, die hauptsächlich daraus bestand, uns den Musterkatalog mit den Vinylböden zu zeigen und bei dem einen oder anderen „Der ist auch sehr schön“ zu murmeln, war zumindest ich etwas ernüchtert. Die normalen Vinylböden fand ich alle nicht besonders ansprechend, da war das Madison-Laminat wesentlich hübscher.

Blieb noch der Katalog mit den Design-Vinylböden. Hier entschieden wir uns schließlich für Design 555 Wild Maple. Ein wirklich hübscher Boden, allerdings auch mit einem stolzen Preis: Schlappe 50 Euro sollte der Quadratmeter kosten, dazu noch knapp 10 Euro für die Trittschalldämmung. Für Küche und Wohnzimmer wären also rund 2500 Euro zusammengekommen – ohne Aufschlag durch Bonava. Der ließ uns einige Wochen später, als wir das Angebot für die Böden in der Hand hielten, ganz schnell von »Das gönnen wir uns halt mal« zu »Ähm … wir fahren noch mal zu Joka und suchen uns was Anderes aus« umschwenken.

Satte 4730 Euro wollte Bonava allein für den Boden im Erdgeschoss haben – zu viel des Guten für unser Sonderwunschbudget. So viel sind uns ein paar Quadratmeter Laminat einfach nicht wert. Mir selbst fiel die Entscheidung gegen den Boden beim Blick auf den Preis auch gar nicht so schwer; er war zwar wirklich hübsch, aber nicht das Nonplusultra, das ich unbedingt haben musste. Thomas nahm den Abschied von seiner geliebten Wild Maple da schon schwerer. ;)

Eine gute zweite Wahl

Also ging es umgehend noch mal zu Joka, diesmal ohne Termin, aber wir wussten ja inzwischen schon, wo die gesuchten Bodenmuster zum Anschauen liegen. Nach höchstens fünfzehn Minuten war der neue Favorit gefunden: Madison Eiche Akzent.

Der Boden ist der beste Kompromiss zwischen unserer geplanten Küchenarbeitsplatte, die ebenfalls einen Eicheton bekommen soll, und den Treppenstufen in Buche, da wir den Aufpreis für eine andere Treppe nicht zahlen möchten. Und zumindest im Wohnzimmerbereich ist das Madison-Laminat im Standard enthalten, kostet demnach also keinen Aufpreis. Für den Küchenbereich, der in der Standardausstattung gefliest ist, werden 404 Euro fällig (abzüglich der Gutschrift für den Wegfall der Fliesen – nach Verrechnung mit den zusätzlichen Bodenfliesen im Heizraum bekamen wir dafür noch 175 Euro zurück). Die Sockelleisten sollen übrigens in allen Räumen einheitlich weiß werden, auch das haben wir uns aus dem Musterhaus abgeschaut.

Und die Moral von der Geschicht’ …

Und was lernen wir daraus? – Immer mit einem Auge auf die Preise schielen und vorsichtshalber das doppelte auf dem finalen Angebot erwarten. Oder am besten gleich eine günstigere Alternative mit einplanen. Beides hätte uns den nochmaligen Weg zu Joka erspart.

Das zweite Auge sollte übrigens mit Argusaugen darüber wachen, was man dem Sonderwunschkoordinator als Ersatz für den zu teuren Vinylboden mitteilt. Eine falsche Artikelnummer kann fatale Folgen haben – glücklicherweise gab es die angegebene Nummer in unserem Fall nicht. Wer weiß, was uns sonst irgendwann im Wohnzimmer erwartet hätte … :D

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6 Gedanken zu “Von Bädern und Böden Teil 1: Besuch bei Joka

  1. Haha, davon kann ich ein Lied singen. Uns haben die Madison Böden anfangs weder vom Design, noch von der Qualität her zugesagt. Aber alles andere wäre so unfassbar viel teurer geworden, dass wir uns nach etlichem Hin- und Her notgedrungen dafür entschieden haben, zumindest in den oberen Stockwerken Madison Laminat verlegen zu lassen (zum regulären NCC Sonderwunsch – Preis). Hauptargument dafür war, dass man sich in den oberen Stockwerken ohnehin seltener aufhält, sich also die Abnutzung des Bodens in Grenzen hält.
    Dann kam aber das Erdgeschoss: Laminat wollten wir hier auf keinen Fall, weil man aufgrund der offenen Bauweise des EG den Boden dort doch stärker beansprucht. Sei es, dass die Kinder mit schmutzigen Gummistiefeln aus dem Garten kommend durch das Wohnzimmer zur Haustür rennen oder man selbst mit Strassenschuhen die Einkäufe mal eben durchs Wohnzimmer in die Küche trägt. Jedenfalls hatten wir im EG des NCC Hauses indem wir zuvor zur Miete gewohnt hatten Laminat liegen und das war nach 4 Jahren völlig fertig. Also mußte eine Alternative her. Was aber gar nicht so einfach war, denn bei Joka gab es nur schicke ODER robuste Böden. Schließlich haben wir uns bei Raab Karcher, dem Partner von NCC für Fliesen, für Feinsteinzug in Holzoptik entschieden. Sieht toll aus, ist sehr robust, hat aber fast 10.000 Euro (!!!) Aufpreis für das gesamte EG gekostet…

    • Hi Sascha,

      ja, dass die Preise teils jenseits von gut und böse sind, hattest du ja auch schon mal erzählt. Nun haben wir’s quasi auch erlebt. ;)
      Klar sind die Böden natürlich eh immer Geschmackssache, wir fanden die Madison-Serie jedenfalls sehr schön. Obwohl ich tatsächlich schon lieber das Vinyl im EG gehabt hätte. Aber für knapp 4700 Euro … puh, nee! Was man davon alles kaufen könnte! Von den 10.000 Euro, die ihr zahlen musstet, mal ganz zu schweigen.
      Wir haben ja keine Kinder, gehen auch nicht mit Schuhen durch die Bude, insofern sind wir guter Dinge, das das Laminat im EG dann auch etwas länger hält. Klar, ewig hält so was eh nicht, aber es ist ja nun mal auch immer ein Gebrauchsgegenstand.

      Viele Grüße
      Thomas

  2. Salut, Jasmin.
    Es bleibt anmerksam, was sich über die letzten Jahrzehnte so alles die Hände reichte, in Bezug auf den Bodenbelag. Aufklebbare Kunstsoffrollen, Teppichböden, Fliesen, Laminat, Klick-Laminat, Kork…war dann immer & jeweils das „neue Ding“. Selber lebe ich noch immer bestens mit den vor 25 Jahren verlegten Teppichböden – nicht selten bin ich eher old school! ;-)

    Ein guter Gedanke, alles in einem Aufwasch erledigen zu laßen, weil hierbei die Abläufe am besten ineinander greifen. Fertig bei der Übergabe ist da ein gutes Gefühl.

    Die meinigen Sonderwünsche (vor allem E-Anschlüße & Bad) habe ich damals direkt mit den involvierten Handwerkern abgerechnet, ganz ohne irgendwelche Aufschläge des Bauträgers.

    Indoor-Tigerine Lili wird dann ihr neues Domizil wohlwollend in Augenschein nehmen – und als allererstes das Revier markieren.

    bonté

    • Hallo RoM,

      ich antworte mal stellvertretend für Jasmin. ;) Früher hatten wir auch nur Teppich, und das ging auch prima. Ich fürchte allerdings, Lili würde jeden nicht weißen Teppich innerhalb kürzester Zeit optisch „aufwerten“. ;) Gepaart mit meiner Allergie fiel die Entscheidung für Laminat da nicht schwer.

      Ich hätte auch lieber die Sonderwünsche unter der Hand mit den Handwerkern besprochen, aber soweit ich weiß, geht das leider nicht so einfach. So muss man dann eben mit den teils wirklich krassen Aufschlägen leben oder etwas kürzer treten – was für uns aber auch kein Problem ist. Wir sind ja relativ bescheiden. :)

      Bin auch schon sehr gespannt, wie Lili auf das neue Domizil reagiert. Vor allem, was die Treppen angeht. Derzeit hat sie ja keine und kraxelt allenfalls mal den Flurschrank oder ihren Kratzbaum hinauf.

      Viele Grüße
      Thomas

  3. Wir haben unsere Böden selbst verlegt. War ne Heidenarbeit, aber zu dritt ging das und wir haben uns eine Menge Geld gespart. Das war uns wichtig, weil wir beim Boden selbst viel Geld gelassen haben. Haben uns ganz oldschool für Eichenparkett (Paramount) entschieden und das auch relativ günstig bekommen – Aber trotzdem braucht man ja noch drum und dran, bis der Boden dann im Haus verlegt ist… Die Böden haben wir übrigens von http://www.rudda.at/de/parkett/parkett bestellt. Echt klasse Qualität und bis jetzt haben wir trotz einem sehr aktiven zwei-jährigen Knirps eigentlich keine Abnützungsspuren. Liebe Grüße, Rick

    • Hallo Rick,

      ja, dann kann man natürlich auch deutlich bessere Böden kaufen, das ist klar. :) Wäre das alles nicht zeitlich so stressig und hätte ich genügend Leute im Bekanntenkreis, von denen ich sicher weiß, dass sie im Fußbödenverlegen geübt sind, hätte ich’s vielleicht auch so gemacht. Da aber ja auch noch vor dem Einzug eine Küche rein soll, wir zügig aus der Wohnung raus müssen, etc., war die Übergabe eines „halb fertigen“ Hauses für uns keine sonderlich reizvolle Option.

      Viele Grüße
      Thomas

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