Baustellenintermezzo II

Bei feinstem Aprilwetter (Kalt, kalt und noch mal kalt!) machten wir uns am gestrigen Pfingstmontag seit längerer Zeit mal wieder auf zur Baustelle, um den Fortschritt zu begutachten. Nicht, dass wir nicht gewusst hätten, wie’s dort ausschaut, werden wir doch von unseren Nachbarn regelmäßig mit Fotos auf dem Laufenden gehalten, aber selber sehen ist dann ja doch immer noch mal was anderes.

Und so staunten wir trotzdem nicht schlecht darüber, dass inzwischen auch das zweite Obergeschoss schon fertiggemauert wurde. Fehlt also noch die Dachkonstruktion, dann dürfte der Rohbau soweit stehen.

Nun, und da wir schon mal vor Ort waren, drehten wir gleich noch eine kleine Runde durchs Baugebiet, um auch mal einen Blick auf die Rückseite unseres Hauses erhaschen zu können. Wir wollten schließlich sichergehen, dass NCC nicht vergessen hat, unsere bodentiefen Fenster im Schlafzimmer vorzusehen. Zuvor hatten wir immer drüber gewitzelt, dass sie’s ganz bestimmt vergessen würden, bis wir dann eben nachschauten und sahen, dass …

… NCC sie vergessen hatte. Statt großer Öffnungen im Mauerwerk waren lediglich die standardmäßigen Brüstungsfensteröffnungen zu sehen. Das gab erst mal lange Gesichter. Hätte neben mir ein Pferd gestanden, man hätte uns nicht unterscheiden können. Hinterher pendelte unsere Laune von »Wie konnten sie DAS nur vergessen???« bis »Ach was, sie schneiden die Steine bestimmt erst hinterher wieder raus.«

Ein Anruf beim Sonderwunschkoordinator stand an, so viel war mal klar. Heute Mittag rief dieser mich nach einigen Anrufversuchen meinerseits auch zurück und siehe da: Weil wir die Fenster recht spät beauftragt hatten und die Steine schon bestellt und geliefert waren, muss NCC die bodentiefen Fenster nachträglich hineinschneiden. Wir werden die Sache im Auge behalten. War auf jeden Fall ein einschneidendes Erlebnis (pun intended). ;)

Tja, und weil Bilder mehr sagen als tausend Worte, hier ein paar Fotos vom Montag vor apokalyptischer Wolkenkulisse:

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9 Gedanken zu “Baustellenintermezzo II

  1. Sali, Thomas.
    Ich denke fast, es ist der Standard bei Mehrfamilien- Reihenhäusern, daß bei den Maurerarbeiten der Standardplan durchgearbeitet wird; einfach weil es weniger organisatorischen Aufwand bedeutet unisono durchzubauen. Sondermaße werden dann später ausgeschlagen.
    Kann aber auch mal vergessen werden – kurz vor dem Türen- & Fenstereinbau, das wachsames Auge ölen. :-)

    Dramatoide Wolkenkulissen! ;-)

    bonté

    • Hallo RoM,

      das scheint tatsächlich so zu sein. Ist dann offenbar einfacher, die Sonderanfertigungen zu erstellen, indem hinterher der verbaute Standard wieder zerlegt wird. Bei öffentlichen Bauprojekten machen sie’s ja offenbar nicht anders. Mir fällt da ein gewisser Flughafen ein … ;)
      Aber wir werden da auf jeden Fall aufpassen, dass sie’s richtig machen. Wer sich auf andere verlässt, ist bekanntlich verlassen. Muss ja nicht sein. :D

      Viele Grüße
      Thomas

      • …ja die inzwischen auch PR-technisch versenkte Baugrube*; d e r Flughafen in spe wird vermutlich generalsaniert werden müssen, wann immer die Toileten feierlich eröfnet werden.
        Während der Möchteger-Klaus sich in den Ruhestand verabschiedet hat.

        bonté

        * ein Pressesprecher, der sagt wie die Lage ist, wird da kurzerhand abgesägt

      • Der wird ja jetzt schon teilweise saniert, bzw. muss er saniert werden: Das Gebäude ist abgesackt, weil auf weichem Berliner Boden erbaut, wodurch die Wände gerissen sind, die Startbahn(en?) sind rissig und müssen „geflickt“ werden und wenn durch die anliegenden Bahnhöfe nicht jeden Tag leere Züge donnern, dann gammelt auch unterirdisch alles weg. Ein Trauerspiel, aber man kennt’s ja, und ich möchte gar nicht wissen, was bei der Informationspolitik noch alles kaputt und einfach nicht bekannt ist.

        Viele Grüße
        Thomas

      • …besser die Vollzeit-Amateure widmen den NIE-Flughafen um – wie vor Jahren Brandenburgs Cargolifter-Halle. In ein unübersichtliches Gotcha-Spielfeld vielleicht. 😆

        bonte

  2. Hallo Thomas,

    wir haben auch ein Reihenhäuschen in Altglienicke erworben und sind gerade auf einen Artikel über das Bauvorhaben der Degewo gestoßen.
    Nun sind wir verunsichert, da an der Wegedornstraße/Schönefelder Chaussee ein gigantischer Gebäudekomplex mit bis zu 5 Stockwerken entstehen soll. Das Projekt wird zu 100% vom Land Berlin gefördert.
    Darüber hinaus ist geplant, 50% der Wohnungen für ein Integrationsprojekt des Internationalen Bundes (IB) zur Verfügung zu stellen.
    Was denkt ihr darüber und habt ihr vielleicht genauere Informationen dazu?

    Viele Grüße

    • Hallo Dani,

      ja, das wissen wir auch schon. Wir haben auch erst hinterher davon erfahren und uns schon ein wenig darüber geärgert. Aus mehreren Gründen.

      Nun muss so ein Wohnprojekt ja nichts Schlimmes sein und abgesehen davon ist die ganze Sache auch noch nicht fix. Lasst euch die Vorfreude deswegen nicht vermiesen. Zum Projekt selbst haben wir auch nur die offiziellen Infos. Es gab vor einiger Zeit eine Inforunde für Anwohner, bei der wir auch waren, allerdings wurde auch da nur mitgeteilt, was quasi in der Zeitung stand.

      Wegen der Größe des Gebäudekomplexes haben wir zusammen mit einigen anderen Widerspruch gegen das Bauvorhaben eingelegt, da wir glauben, dass, gerade was die Integrationsbemühungen anbelangt, ein kleinerer Wohnkomplex sinnvoller wäre. Es hat sich auch eine Bürgerinitiative hierzu gegründet, die gerade anläuft: http://fair-in-altglienicke.info
      Unter »Formulare« findet ihr dort ein paar PDFs mit Fragen und Antworten von Ortspolitikern. Könnt ihr euch ja mal durchlesen und euch für weitere Infos natürlich auch über das Kontaktformular an die Initiatoren wenden.

      Ansonsten kann ich aber echt nur raten, lasst euch davon nicht verrückt machen. Wir sehen das inzwischen eigentlich ganz entspannt und schauen halt mal, inwiefern sich da noch was drehen lässt.

      Viele Grüße
      Thomas

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort!

        Grundsätzlich finden wir solche Projekte völlig in Ordnung, nur die Größe macht uns auch etwas Sorgen. Wir werden uns gerne an die Bürgerinitiative wenden. Danke für die Informationen!

        Grüße

        Dani

      • Die Sorgen teilen wir, weshalb wir ja auch für eine Verkleinerung des Projektes sind, wie gesagt. So hohe Gebäude passen nicht in die Umgebung. Den Anwohnern nördlich des Baugebietes wird die Sonne genommen, teilweise werden sogar Zufahrten blockiert. Das geht so einfach nicht. Schauen wir mal, wie weit die Initiative kommt. Ich denke, je mehr Leute sich da beteiligen, desto eher kann man eine Änderung der Planung bewirken. Die Baugenehmigung wurde ja auch noch immer nicht erteilt.

        Viele Grüße
        Thomas

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